Meppen – Die Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle geht in eine neue Phase, und auch der Landkreis Emsland bleibt weiterhin im Verfahren. Alle potenziell geeigneten Gebiete werden vom unabhängigen Öko-Institut auf ihre Tauglichkeit geprüft. Dies geschieht im Auftrag des Landkreises, der den Prozess kritisch begleiten und transparente Ergebnisse sicherstellen will.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) teilte am Montag, den 4. November, ihren aktuellen Arbeitsstand mit. Die bisherigen Untersuchungen führten dazu, dass einige Regionen bundesweit als ungeeignet ausgeschlossen wurden. Für das Emsland jedoch wurde bislang keine endgültige Einordnung vorgenommen – alle in Steinsalz- und Tongestein liegenden Untersuchungsräume bleiben im Rennen. Das Ziel der BGE ist es, bis 2027 die bestmöglichen Standorte für weitere Erkundungen vorzuschlagen.
Landkreis und Öko-Institut: Begleitung und Überprüfung
Landrat Marc-André Burgdorf betont die Rolle des Landkreises in diesem Verfahren: „Wir werden die Endlagersuche eng begleiten und durch die Unterstützung des Öko-Instituts sicherstellen, dass die Ergebnisse nachvollziehbar und wissenschaftlich fundiert sind.“ Das Öko-Institut wurde damit beauftragt, die Bewertung der BGE kritisch zu prüfen und die Region mit einem Begleitforum aktiv einzubinden.
Historische Bedeutung der Standortfrage
Die Endlagersuche ist im Emsland kein neues Thema. Bereits seit den 1970er Jahren sind Standorte wie die Salzstöcke Wahn, Lathen und Börger in Diskussion, und es besteht ein politischer Konsens gegen eine Nutzung als Endlager. Durch das Begleitforum und die fachliche Expertise des Öko-Instituts will der Landkreis auch weiterhin für Transparenz und Mitsprache sorgen.
Ein wichtiges Werkzeug für Interessierte ist der BGE Endlagersuche Navigator, der die Fortschritte im Verfahren interaktiv darstellt. Hier können Bürgerinnen und Bürger selbst einsehen, welche Regionen derzeit weiter untersucht oder ausgeschlossen werden.
Der Landkreis Emsland wird auch künftig darauf achten, dass die Endlagersuche transparent und verantwortungsbewusst verläuft – ein Thema, das die Region noch über Jahre beschäftigen wird.
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