Osnabrück/Emsland/Grafschaft Bentheim – Die wirtschaftliche Lage in der Region bleibt angespannt. Wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim und Creditreform Osnabrück/Nordhorn in ihrer aktuellen Konjunktureinschätzung zum Jahresbeginn 2025 mitteilten, setzt sich der seit 2021 anhaltende Abschwung fort. Der IHK-Konjunkturklimaindex fiel um weitere zwei Punkte auf nunmehr 71 Zähler – weit unter dem langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten.
Schlechte Geschäftsaussichten
Laut IHK beurteilt mehr als jedes fünfte Unternehmen in der Region die aktuelle Geschäftslage negativ. Die Erwartungen für die kommenden Monate verschlechtern sich weiter: 35 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage. Investitions- und Beschäftigungspläne wurden vielerorts zurückgestellt, was auf ein hohes Maß an Unsicherheit schließen lässt.
Steigende Ausfallquote belastet die Wirtschaft
Besorgniserregend sind die Zahlen von Creditreform, die einen Anstieg der Ausfallquote im IHK-Bezirk von 1,16 auf 1,43 Prozent dokumentieren. 414 Betriebe konnten 2024 ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen – ein Zuwachs von fast 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen ist der Bausektor, wo die Ausfallquote auf 2,42 Prozent anstieg, während Industrie, Handel und Verkehr ebenfalls unter Druck stehen.

Forderung nach politischen Maßnahmen
Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK, und Armin Trojahn von Creditreform betonen die Notwendigkeit umfassender Reformen. Graf fordert, die Bundestagswahl 2025 als Wendepunkt für die deutsche Wirtschaftspolitik zu nutzen. Bürokratieabbau, eine klügere Energiepolitik, Investitionen in die Infrastruktur und steuerliche Entlastungen seien essenziell, um den Negativtrend zu stoppen. Trojahn ergänzt: „Unternehmen benötigen dringend den Freiraum, um wieder wachsen und international wettbewerbsfähig bleiben zu können.“
Risiken und Branchenüberblick
Die Konjunkturumfrage zeigt, dass Unternehmen insbesondere die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als größtes Risiko wahrnehmen. 73 Prozent der Betriebe nannten diesen Faktor – der höchste Wert in über einem Jahrzehnt. Kleinere Unternehmen sind überproportional betroffen, aber auch größere Betriebe bleiben nicht verschont: 13 Firmen mit über fünf Millionen Euro Jahresumsatz und sechs Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern meldeten 2024 Ausfälle.

Perspektiven für 2025
Trotz der düsteren Aussichten sehen die Experten auch Chancen. Mit einer konsequenten Wirtschaftspolitik könnten 2025 wichtige Impulse für den Aufbruch gesetzt werden. „Es ist an der Zeit, die Weichen für nachhaltiges Wachstum zu stellen und den Wohlstand in der Region langfristig zu sichern“, so Trojahn.
Weitere Informationen zur Konjunkturumfrage der IHK finden Sie hier und den Regionen-Risiko-Check von Creditreform hier. Bleiben Sie zudem auf dem Laufenden in der Kategorie Osnabrück.