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DGB warnt vor weiterem Anstieg bei Menschen ohne Berufsabschluss und fordert umfassendes Aktionsprogramm

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels in Deutschland hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ein 8-Punkte-Programm vorgelegt, das sich an Menschen ohne Berufsabschluss richtet. Ziel des Programms ist es, allen Menschen gute Chancen auf eine Ausbildung zu bieten, die Fachkräftepotenziale besser zu erschließen und den Übergang von der Schule in den Beruf zu verbessern.

Besorgniserregende Entwicklung

Fast 2,9 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Insgesamt sind es in Deutschland mindestens 4,5 Millionen Beschäftigte – Tendenz steigend. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack warnte vor erheblichen Risiken sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft insgesamt, sollte sich diese Entwicklung nicht umkehren lassen.

„Es zerreißt unsere Gesellschaft“

„Wir fordern die kommende Bundesregierung auf, mehr Einsatz für Aus- und Weiterbildung zu zeigen und dringend ein umfassendes Aktionsprogramm für Menschen ohne Berufsabschluss aufzulegen“, so Hannack. „Die zunehmend hohe Zahl von Menschen ohne Berufsabschluss ist besorgniserregend. Es zerreißt unsere Gesellschaft, wenn immer mehr Menschen im Arbeitsleben abgehängt werden. Für die Betroffenen bedeutet es oft ein Leben in unsicheren Arbeitsverhältnissen, mit niedrigen Löhnen und kaum Perspektiven. Obendrein führt dieses ungenutzte Potenzial zu einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels.“

DGB-Forderungen für Aus- und Weiterbildung

Mit seinem 8-Punkte-Plan hat der DGB klare Anforderungen für Aus- und Weiterbildung formuliert:

  1. Ausbildungsgarantie ausweiten: Jeder junge Mensch soll einen Ausbildungsplatz erhalten.
  2. Nachholen von Berufsabschlüssen fördern: Bestehende Programme sollen ausgebaut und flexibler gestaltet werden.
  3. Anerkennung ausländischer Qualifikationen verbessern: Verfahren sollen beschleunigt und transparenter werden.
  4. Validierung von Berufserfahrungen fördern: Berufserfahrung soll bei der Anrechnung auf Ausbildungszeiten berücksichtigt werden.
  5. Bildungs(teil)zeit einführen: Weiterbildung und der Erwerb eines Berufsabschlusses sollen besser mit dem Berufsleben vereinbar sein.
  6. Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung fortsetzen: Menschen sollen die notwendige Grundbildung für eine umfassende gesellschaftliche und berufliche Teilhabe erhalten.
  7. Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben intensivieren: Der Übergang von der Schule in den Beruf soll reibungsloser gestaltet werden.
  8. Finanzierung sicherstellen: Für die Umsetzung des Programms sind ausreichende finanzielle Mittel erforderlich.

„Wir brauchen Priorität für unser Bildungssystem“

„Es reicht eben nicht, sich allein auf Zuwanderung oder kurzfristige Weiterbildungsmaßnahmen zu verlassen. Wir brauchen Priorität für unser Bildungssystem und mehr Geld für wirksame Instrumente, um Menschen zu einem Berufsabschluss zu führen“, so Hannack abschließend.

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