Emsland/Grafschaft Bentheim. Der Arbeitsmarkt für fertigungstechnische Berufe in Niedersachsen zeigt eine wachsende Schieflage. Laut NORDMETALL waren im August 14.311 Personen in diesem Bereich arbeitslos gemeldet – ein Plus von 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gleichzeitig blieben 9.507 Stellen unbesetzt.
Die Metall- und Elektroindustrie sieht darin ein deutliches Zeichen für ein strukturelles Problem am Arbeitsmarkt. „Wir haben ein Passungsproblem: Arbeitssuchende finden nicht die Stellen, die sie suchen, und Unternehmen finden nicht die Fachkräfte, die sie brauchen“, sagt Thomas Küll, Mitglied der Geschäftsleitung der Arbeitgeberverbände NORDMETALL und AGV NORD.
Praxisnahe Berufsorientierung und weniger Bürokratie gefordert
Küll spricht sich für einen „ehrlichen und ideologiefreien Dialog“ aller Akteure am Standort aus, um Lösungen für die Fachkräftelücke zu entwickeln. NORDMETALL biete Unterstützung bei praxisnaher Berufsorientierung an und verweise auf gute Arbeitsbedingungen in der Branche. Um das Problem anzugehen, brauche es jedoch mehr als Bildungsangebote.
„Wir benötigen eine bürokratiearme Zuwanderungsstrategie, ein unkompliziertes Matching-System und gute Mobilität in der Fläche“, so Küll weiter. Insbesondere in ländlich geprägten Regionen wie dem Emsland oder der Grafschaft Bentheim sind Mobilität und Vermittlung zentrale Faktoren für funktionierende Fachkräftesicherung.
Regionale Bedeutung
Auch in der Region ist der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in technischen Berufen hoch. Lokale Unternehmen kämpfen mit Vakanzen, während Arbeitssuchende nicht immer die passenden Stellenangebote finden. Ein besser abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Ausbildung, Zuwanderung und Arbeitsvermittlung könnte helfen, diese Lücke zu schließen.