Hamburg. Der FC St. Pauli hat das Hamburger Bundesliga-Derby beim HSV mit 2:0 (1:0) für sich entschieden und damit die Tabellenspitze übernommen. Während die Kiez-Kicker erneut ihre starke Frühform bestätigten, enttäuschte der Aufsteiger aus dem Volksparkstadion vor heimischem Publikum.
HSV startet stark, gerät aber früh in Rückstand
Rund 57.000 Zuschauer im Volksparkstadion sahen einen leidenschaftlichen HSV zu Beginn. Die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin setzte St. Pauli früh unter Druck, verpasste es jedoch, klare Chancen zu erspielen. Die Gäste dagegen nutzten gleich ihre erste Gelegenheit eiskalt: Nach einer einstudierten Eckballvariante flankte Pereira Lage auf den einlaufenden Dzwigala, der zur Führung einköpfte (19.).
Der Treffer zeigte Wirkung. Während der HSV in der Folge ideenlos wirkte, blieb St. Pauli über Konter gefährlich. Noch vor der Pause hatte Pereira Lage das 2:0 auf dem Fuß, verzog jedoch freistehend (41.).
Hountondji macht den Deckel drauf
Nach dem Seitenwechsel versuchte Hamburg, das Blatt zu wenden. Ein vermeintlicher Ausgleich durch Königsdörffer (48.) wurde jedoch wegen Abseits aberkannt – eine knappe, aber korrekte Entscheidung nach VAR-Eingriff. Inmitten einer Hamburger Druckphase setzte Fujita zu einem starken Solo an und bediente Hountondji, der aus spitzem Winkel zum 2:0 traf (60.).
Spätestens nach der Gelb-Roten Karte für Gocholeishvili (77.) spielte nur noch St. Pauli. Der eingewechselte Kaars sowie Sinani und Fujita vergaben weitere Chancen auf einen höheren Sieg.
St. Pauli ganz oben, HSV im unteren Drittel
Mit dem Derbysieg übernimmt St. Pauli nach zwei Spieltagen die Tabellenführung. Der HSV steht mit nur einem Punkt aus zwei Spielen im unteren Tabellendrittel. Besonders offensiv offenbarte der Bundesliga-Rückkehrer erneut Schwächen: Nur fünf Torschüsse und ein xGoals-Wert von 0,48 sprechen eine klare Sprache.
Ausblick
Am kommenden Spieltag trifft der HSV auswärts auf Leverkusen, während St. Pauli zuhause Eintracht Frankfurt empfängt. Die Rollen im Hamburger Fußball scheinen – zumindest vorerst – neu verteilt.