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Nikolja Grabowski

Transportbranche unter Druck: ELVIS warnt vor zunehmender Marktbelastung

Emsland/Grafschaft Bentheim. Die wirtschaftliche Lage in der deutschen Transportbranche bleibt angespannt. Wie der neue Marktreport des Speditionsverbunds ELVIS AG zeigt, treffen stabile Sendungsvolumina auf knappe Laderaumkapazitäten und steigende Personalkosten. Besonders kleinere und mittlere Transportunternehmen geraten zunehmend unter Druck.

Der Rückgang der Industrieproduktion in Deutschland wirkt sich direkt auf die Transportnachfrage aus – besonders im Automotive- und Maschinenbausektor. Dennoch bleiben laut ELVIS die Sendungsmengen insgesamt stabil. Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG, warnt jedoch vor einem drohenden Strukturproblem: „Die deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle, die erhoffte Erholung bleibt aus.“

Kapazitätsmangel trotz stabiler Nachfrage

Laut Report stieg das Transportaufkommen von Teilladungen im Jahresvergleich um 8,3 Prozent. Gleichzeitig ist der verfügbare Laderaum knapp – das Fracht-Laderaum-Verhältnis stieg im Juli um 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Kurzfristige Entspannung bringt lediglich die Ferienzeit. „Diese Entlastung wird nicht von Dauer sein“, sagt Grabowski.

Ein weiteres Problem ist die Kostenentwicklung: Während die Treibstoffpreise relativ stabil bleiben, stiegen die Personalkosten allein im ersten Quartal 2025 um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung belaste die margenschwache Branche erheblich.

Insolvenzen nehmen zu – Investitionen als Ausweg?

Die Zahl der Insolvenzen in der Transportwirtschaft ist laut ELVIS deutlich gestiegen – ein „ernstzunehmendes Alarmsignal“. Grabowski rät Unternehmen dazu, ihre Kostenstrukturen kritisch zu überprüfen und in moderne Technologien zu investieren: „Nur wer Prozesse digitalisiert und effizienter macht, bleibt langfristig wettbewerbsfähig.“

Bedeutung für die Region

Auch Transportunternehmen im Emsland und in der Grafschaft Bentheim spüren die zunehmenden Belastungen. Die Logistikbranche zählt hier zu den wichtigsten Arbeitgebern und ist stark von industriellen Entwicklungen abhängig. Umso wichtiger sind stabile Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie – so die Einschätzung von Branchenvertretern.

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