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Mit rund 250 Besuchern war der Saal im Haag's Hotel Niedersachsenhof komplett gefüllt.

Agri-PV auf Acker und Weide: Eine Chance mit Herausforderungen

Verden – Mit der Energiewende rückt die Agri-Photovoltaik (Agri-PV) verstärkt in den Fokus. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und das Landvolk Niedersachsen luden am 28. November 2024 zur Agri-PV-Tagung nach Verden ein, um Chancen und Herausforderungen dieser Technologie zu diskutieren. Rund 250 interessierte Landwirtinnen und Landwirte füllten den Saal im Haag’s Hotel Niedersachsenhof, wo Experten praxisnahe Informationen und Perspektiven zu diesem innovativen Ansatz präsentierten.

Agri-PV: Landwirtschaft und Energieerzeugung verbinden

Agri-PV ermöglicht die gleichzeitige Nutzung von Flächen für Landwirtschaft und Energieproduktion. Die Solarmodule können so angebracht werden, dass darunter Ackerbau betrieben oder Tiere geweidet werden können. „Das Besondere an Agri-PV ist, dass die Fläche ihren landwirtschaftlichen Status behält und steuerliche Vorteile bietet“, erklärte Helmut Wahl von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Zudem könnten Pflanzen von der Beschattung und dem Schutz vor Hagel und Starkregen profitieren. Erfahrungen dazu sind jedoch bislang begrenzt.

Wirtschaftlichkeit und Hürden

Ein zentrales Thema der Tagung war die Wirtschaftlichkeit von Agri-PV-Anlagen. Michael Kanne-Schludde von der Landwirtschaftskammer betonte die Bedeutung eines geeigneten Netzverknüpfungspunktes und der Einhaltung der Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Negative Strompreise und die 2027 kommende 1-Stunden-Regelung, bei der Vergütungen bei niedrigen Strompreisen ausgesetzt werden, seien Herausforderungen, die in der Planung berücksichtigt werden müssten. „Vergütungsausfälle sollten in jedem Fall einkalkuliert werden“, riet Kanne-Schludde.

Harald Wedemeyer vom Landvolk Niedersachsen erläuterte, dass landwirtschaftliche Erträge trotz der PV-Nutzung erhalten bleiben müssten. „Mindestens 66 Prozent des Referenzertrags müssen erreicht werden“, so Wedemeyer. Moor- und Naturschutzflächen sind von der Förderung ausgeschlossen, ebenso problematisch könnte die Haltung von Geflügel oder Schweinen sein, da sie die Grasnarbe schädigen könnten.

Perspektive für die Zukunft

Bis 2045 will Deutschland vollständig auf treibhausgasneutrale Energien umstellen – ein ehrgeiziges Ziel, das laut Helmut Wahl nur durch innovative Ansätze wie Agri-PV erreichbar ist. „Die bürokratischen Hürden müssen jedoch dringend gesenkt werden“, forderte Kreislandwirt Jochen Oestmann aus dem Heidekreis.

Fotoquelle

Mit rund 250 Besuchern war der Saal im Haag’s Hotel Niedersachsenhof komplett gefüllt. – © Helmut Wahl

Weitere Informationen und praktische Hinweise finden Sie in unserer Wirtschafts-Kategorie.

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