Sozialstaatsradar 2025: Deutsche setzen auf einen starken Sozialstaat

Sozialstaatsradar 2025: Deutsche setzen auf einen starken Sozialstaat

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Berlin – Klare Botschaft für die Politik
Der Sozialstaat ist das Rückgrat der Gesellschaft – das zeigt das neue „Sozialstaatsradar 2025“, das im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der Arbeitnehmerkammer Bremen und der Arbeitskammer des Saarlandes durchgeführt wurde. Die repräsentative Befragung von 3.000 Personen untermauert: Eine breite Mehrheit der Bevölkerung will eine verpflichtende und solidarische soziale Absicherung.

Mehr Staat, weniger Privat
Rund 80 Prozent der Befragten sprechen sich für ein verpflichtendes, automatisches Sicherheitsnetz aus. Dabei genießt die staatliche soziale Sicherung großes Vertrauen: Über 70 Prozent bevorzugen den Schutz durch öffentliche Institutionen, während lediglich 12 Prozent auf private Anbieter setzen würden. Anja Piel, Mitglied des DGB-Bundesvorstands, betont: „Der Sozialstaat bietet Sicherheit und Zusammenhalt. Ihn zu schwächen würde die Stabilität unserer Gesellschaft gefährden.“

Bereitschaft zu höheren Beiträgen
Gute soziale Sicherung hat ihren Preis – und die Mehrheit ist bereit, diesen zu zahlen. So erklärten 63 Prozent der Befragten, dass sie für die Beibehaltung des aktuellen Rentenniveaus höhere Beiträge akzeptieren würden. Besonders unter jüngeren Arbeitnehmer*innen zeigt sich eine hohe Bereitschaft: 23 Prozent der Unter-30-Jährigen würden sogar deutlich mehr beitragen, um langfristig eine angemessene Rente zu sichern. Peer Rosenthal von der Arbeitnehmerkammer Bremen hebt hervor: „Gerade jüngere Generationen erkennen den Wert stabiler Rentenleistungen.“

Solidarische Modelle für die Zukunft
Das Sozialstaatsradar zeigt auch, dass die Menschen eine Ausweitung der solidarischen Systeme fordern. 46 Prozent der Befragten sprechen sich für eine allgemeine Erwerbstätigen-Rentenversicherung aus, in die auch Selbständige und Beamte einbezogen werden. Ein weiteres Drittel wünscht sich ein noch umfassenderes Bürgermodell, in dem alle Einkommen solidarisch zur Finanzierung beitragen.

Pflege und Gesundheit im Fokus
Besonders dringlich sehen die Befragten Reformbedarf im Bereich der Pflege. Angesichts steigender Eigenanteile plädieren viele für eine Neuausrichtung: Künftig sollten feste Beiträge die Belastung für Pflegebedürftige deckeln, während die Pflegekassen die restlichen Kosten übernehmen.

Ein starkes Signal an die Politik
Das „Sozialstaatsradar 2025“ ist ein Weckruf an die Bundesregierung, die Anliegen der Bevölkerung ernst zu nehmen. Die Reform der sozialen Sicherungssysteme, der Ausbau solidarischer Modelle und die Reform der Schuldenbremse sind zentrale Forderungen. Der Sozialstaat bleibt ein unverzichtbares Fundament für Sicherheit, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund

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