Gedenkveranstaltung in Meppen: Schüler setzen Zeichen gegen Antisemitismus

Gedenkveranstaltung in Meppen: Schüler setzen Zeichen gegen Antisemitismus

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Meppen – In der Turnhalle des Gymnasium Marianum herrscht am 27. Januar 2025 absolute Stille. 1200 Schüler und knapp 100 Lehrkräfte verfolgen gebannt, wie Imke einen 20-Euro-Schein in die Luft hält, ihn zerknüllt, auf den Boden wirft und schließlich darauf tritt. „Willst du den Schein immer noch haben?“, fragt sie in die Runde. Die Antwort ist einstimmig: „Ja!“

Diese eindringliche Metapher stand im Mittelpunkt der von sechs Elftklässlerinnen organisierten Gedenkveranstaltung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Vor genau 80 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Über 1,1 Millionen Menschen wurden dort ermordet. Die Veranstaltung in Meppen sollte jedoch nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern auch auf aktuelle Formen des Antisemitismus und der Menschenfeindlichkeit aufmerksam machen.

Musik und Geschichte als Mahnung

Während der Gedenkfeier erklang „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ von Danger Dan. Der Song kritisiert gesellschaftliche Doppelmoral und die Rechtfertigung von Antisemitismus. Auf einer Leinwand wurden zudem Bilder eingeblendet, die historische Ereignisse mit aktuellen antisemitischen Ausschreitungen in Verbindung setzten.

„Eine Zeit, von der wir geschworen haben, dass sie sich nie wiederholen soll, scheint immer mehr zurückzukommen“, erklärte Schülerin Alicia in ihrer Rede. „Juden erfahren aufgrund ihres Glaubens immer noch Hass und Diskriminierung.“

Ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung

Den emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung bildete erneut Imkes Beispiel mit dem 20-Euro-Schein: „Der Geldschein verliert nicht seinen Wert, egal wie oft ich darauf trete oder ihn zerknülle. Und so ist das auch mit uns Menschen. Egal, wie oft jemand etwas gegen unser Aussehen, unsere Hautfarbe oder Religion sagt – unser Wert bleibt bestehen.“

Mit dieser eindrucksvollen Botschaft setzten die Schülerinnen ein starkes Zeichen gegen Vorurteile und für Menschlichkeit.

Weitere Informationen zum Holocaust-Gedenktag gibt es auf der Seite der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

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