Diagramm zeigt Meinungen zu bürokratischem Aufwand: Unternehmensgrößen und Wirtschaftszweige in Prozenten dargestellt.

Förderprogramme bleiben oft ungenutzt: Bürokratie bremst Unternehmen aus

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EMS­­LAND/GRAFSCHAFT BENTHEIM. Trotz Milliardenförderung durch Bund und Länder schöpfen viele Unternehmen ihre Chancen nicht aus. Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag von EPSA Deutschland zeigt: Nur 30 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen die ihnen zur Verfügung stehenden Förderprogramme umfassend. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen – auch in strukturschwächeren Regionen wie dem Emsland oder der Grafschaft Bentheim – verlieren dadurch wichtige Investitionsimpulse.

Bürokratie und mangelnder Überblick als Hauptbarrieren

Was Unternehmen davon abhält, Fördermittel zu beantragen, hat klare Gründe: 38 Prozent nennen die Bürokratie, 27 Prozent die komplexen Nachweispflichten und 24 Prozent lange Bearbeitungszeiten. Nur neun Prozent der befragten Unternehmensentscheider empfinden Fördermittel als leicht zugänglich. Das größte Defizit besteht demnach nicht in der Anzahl der Programme, sondern in der praktischen Umsetzbarkeit.

„Ein klarer Fokus auf Aufklärung, Beratung und Vereinfachung der Antragsverfahren könnte die Nutzung von Fördermitteln deutlich erhöhen und den Standort Deutschland stärken“, betont Efe Duran Sarikaya, CEO von EPSA Deutschland.

Kleine Unternehmen am stärksten betroffen

Während 35 bis 37 Prozent der Groß- und Mittelständler viele Förderprogramme aktiv nutzen, sind es bei Kleinst- und kleinen Unternehmen nur 19 Prozent. Rund ein Fünftel dieser Firmen hat überhaupt keinen Überblick über Fördermöglichkeiten. Ein deutliches Zeichen, dass gerade die Betriebe, die Förderungen am dringendsten benötigen, sie am wenigsten einsetzen.

Dienstleistungssektor und Bau bleiben hinter ihren Möglichkeiten

Die Industrie schneidet in der Umfrage mit einer Nutzungsquote von 35 Prozent am besten ab. Anders sieht es im Dienstleistungssektor sowie im Baugewerbe aus. In letzterem wissen 26 Prozent der Befragten nicht, welche Programme für sie überhaupt infrage kommen – negativer Spitzenwert unter allen Branchen.

Wirtschaftliche Chancen auch für die Region

Für viele Unternehmen in Nordwestniedersachsen ist die richtige Nutzung von Fördermitteln ein zentraler Hebel, um Digitalisierung, Energieeffizienz oder Personalentwicklung voranzutreiben. Gerade im Handwerk, der Landwirtschaft oder im Mittelstand könnten passende Programme Investitionen erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Dafür braucht es laut EPSA aber mehr gezielte Informationsangebote, Schulungen und vereinfachte Verfahren – besonders auf kommunaler und regionaler Ebene.

Weitere Informationen zur Studie und Förderberatung

EPSA Deutschland bietet Unternehmen Hilfe bei der Identifikation und Beantragung geeigneter Fördermittel.

Quelle: Pressemitteilung EPSA Deutschland, basierend auf einer YouGov-Umfrage (August 2025)

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