Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat im ntv-Talk „Pinar Atalay“ weitreichende Reformen in der Sozial- und Rentenpolitik angekündigt. In dem am Montag ausgestrahlten Interview forderte er mehr Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger: „Wir werden in Zukunft in unserem Land für die Altersversorgung, für die Krankenversicherung, für die Pflege, Vorsorge mehr aus eigener Kraft leisten müssen.“
Ein zentrales Element seiner Reformagenda ist die sogenannte Aktivrente. Merz sprach sich dafür aus, Menschen, die freiwillig länger arbeiten möchten, steuerlich zu entlasten. Wer später in Rente geht, soll künftig von einem Freibetrag profitieren. Zugleich stellte er die Gleichbehandlung sehr unterschiedlicher Erwerbsbiografien in Frage: „Jemand, der mit 17 angefangen hat zu arbeiten und mit 67 in Rente geht, hat sehr viel mehr eingezahlt als jemand, der mit 35 erst in den Beruf eintritt. Muss man das nicht unterschiedlich bewerten?“
Im Gesundheitswesen forderte der Kanzler mehr Effizienz und einen sparsameren Umgang mit den verfügbaren Mitteln. Deutschland habe eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt, doch der Output sei nicht immer angemessen. Zusätzlich kündigte Merz an, die Arbeitskosten in Deutschland senken zu wollen: „Es geht jetzt darum, ernsthafte Entscheidungen zu treffen. Danach sind die Unternehmen gefragt, effizient zu wirtschaften.“
Die Bundesregierung will bereits am Mittwoch erste konkrete Maßnahmen diskutieren. Das vollständige Gespräch mit Friedrich Merz wurde am 6. Oktober 2025 um 20:15 Uhr bei ntv ausgestrahlt. Alle Zitate sind zur Verwendung freigegeben mit dem Hinweis auf den Talk „Pinar Atalay“.
Quelle: RTL Deutschland / ntv
