Zerstörtes Wohngebäude mit beschädigten Balkonen und zerbrochenen Fenstern in einem urbanen Gebiet.

Zahl der Kinder in Kriegsgebieten steigt dramatisch an

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Berlin. Immer mehr Kinder weltweit wachsen inmitten bewaffneter Konflikte auf. Laut dem aktuellen Bericht „Krieg gegen Kinder“ der Organisation Save the Children lebten im Jahr 2024 rund 520 Millionen Kinder in aktiven Konfliktzonen – das entspricht mehr als jedem fünften Kind weltweit. Besonders alarmierend ist auch der Anstieg von Verbrechen an Kindern: Diese nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent zu.

Die Untersuchung zeigt, wie gefährlich das Leben für junge Menschen in Kriegsgebieten geworden ist. Mit 41.763 registrierten schweren Verstößen gegen die Kinderrechte verzeichnete Save the Children 2024 den höchsten Wert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2005. Besonders betroffen sind Regionen wie die besetzten Palästinensischen Gebiete, Nigeria, Somalia und die Demokratische Republik Kongo. Hier ereigneten sich über die Hälfte aller dokumentierten Verbrechen.

Kinderrechtsverletzungen auf Rekordniveau

Laut den Vereinten Nationen umfassen die Verbrechen an Kindern unter anderem Tötung, Verstümmelung, sexualisierte Gewalt, Kindersoldateneinsatz, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser sowie Entführungen und humanitäre Blockaden. Der afrikanische Kontinent ist mit 218 Millionen betroffenen Kindern am stärksten betroffen – erstmals seit 2007 sogar stärker als der Nahe Osten.

„Diese Kinder zahlen einen hohen Preis für die Konflikte der Erwachsenen – mit ihrer Zukunft und oft mit ihrem Leben“, warnt Katharina von Schroeder von Save the Children im Kongo. Auch Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, fordert ein Umdenken: „In Zeiten weltweiter Aufrüstung muss der Schutz von Kindern oberste Priorität in der Sicherheitspolitik haben.“

Mehr als ein Bericht: Warum uns dieser Weckruf alle angeht

Die Kinderrechtsorganisation ruft die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, das humanitäre Völkerrecht konsequent umzusetzen und mehr Geld für Bildung und Gesundheit in Krisengebieten bereitzustellen. Derzeit fließen weniger als zwei Prozent der weltweiten Sicherheitsbudgets in Friedensförderung – ein Missverhältnis, das Save the Children scharf kritisiert. Westphal betont: „Es ist ein Skandal, dass mehr für Waffen als für den Schutz von Kindern ausgegeben wird.“

Angesichts schrumpfender humanitärer Mittel warnt die Organisation vor langfristigen Folgen. Ein Bildungsprojekt für 12.000 Kinder im Ostkongo musste jüngst abgebrochen werden – für viele bedeutet das ein erhöhtes Risiko für Kinderarbeit oder Frühverheiratung.

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