Berlin. Die AOK hat ihre Mindestmengen-Transparenzkarte für 2026 veröffentlicht. Die neue Übersicht zeigt eine klare Entwicklung: Hochkomplexe Eingriffe wie Pankreas- oder Brustkrebs-Operationen werden zunehmend an weniger, dafür spezialisierteren Klinikstandorten durchgeführt.
Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei Operationen an der Bauchspeicheldrüse. Die Zahl der zugelassenen Klinikstandorte sinkt 2026 auf 286 – ein Rückgang um knapp ein Drittel im Vergleich zu 2023. Grund ist die Anhebung der gesetzlichen Mindestmenge von 15 auf 20 Eingriffe pro Jahr. Ziel dieser Vorgabe ist es, lebenswichtige Operationen nur noch dort durchzuführen, wo Teams über genügend Erfahrung verfügen.
Qualität durch Spezialisierung
„Gerade bei seltenen und riskanten Eingriffen wie Pankreas-Operationen oder Herztransplantationen ist Routine ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg“, sagt Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands. Studien zeigen: Je mehr Eingriffe ein Team jährlich durchführt, desto höher ist die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patientinnen und Patienten.
Auch bei Kniegelenk-Implantationen und Brustkrebs-OPs zeigt die Transparenzkarte Rückgänge: Bei Knie-Totalendoprothesen etwa fällt die Zahl der operierenden Kliniken von 892 auf 821. Ein Großteil der Veränderungen betrifft Nordrhein-Westfalen – dort wurden die Krankenhaus-Leistungsgruppen bereits neu zugewiesen.
Klicktipp: Auf www.aok.de/pp/mindestmengen ist die aktuelle Karte abrufbar – mit Fallzahlen und Klinikstandorten.
Krankenhausreform zeigt Wirkung
Die AOK sieht die Entwicklung als Beleg für die Wirksamkeit verbindlicher Qualitätsvorgaben. Besonders bei Frühgeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (unter 1.250 g) und Brustkrebspatientinnen wird durch höhere Mindestmengen die Zahl der zugelassenen Standorte reduziert. Gleichzeitig steigt damit die Spezialisierung der versorgenden Kliniken.
Für 2026 gelten Mindestmengen für elf medizinische Eingriffe – von Transplantationen bis hin zu Lungenkrebs-OPs. Die Regelungen sollen künftig bundesweit weiterentwickelt werden, um mehr Qualität und Transparenz in die stationäre Versorgung zu bringen.

