Hildesheim. In Niedersachsen ist die Radonbelastung regional unterschiedlich – und für viele unsichtbar. Zum Europäischen Radontag am 7. November ruft der NLWKN zur Vorsorge auf und warnt vor einem oft unterschätzten Gesundheitsrisiko: dem radioaktiven Edelgas Radon, das vor allem in Gebäuden mit undichten Fundamenten zur Gefahr werden kann.
Radon ist laut Experten die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs nach dem Rauchen. Das Tückische: Das Gas ist geruchlos, geschmacklos und unsichtbar. Es entsteht natürlich im Boden und kann durch Risse oder undichte Stellen in der Bodenplatte in Häuser eindringen. „Radon macht vor keiner Grenze halt – weder einer Landesgrenze, noch der Kellertür“, sagt Susanne Herrmann von der Radonberatungsstelle des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Hildesheim.
Radon in Niedersachsen: regionale Unterschiede und Risiken
Nicht alle Regionen sind gleich stark betroffen. In Niedersachsen ist das Risiko laut NLWKN vergleichsweise gering – in vielen Gebieten wird mit niedrigen Radonkonzentrationen gerechnet. Dennoch können auch außerhalb der gesetzlich festgelegten Radon-Vorsorgegebiete erhöhte Werte auftreten. Erste Orientierung bieten die Radonpotenzialkarten des Bundesamts für Strahlenschutz.
Der Gesetzgeber hat mit der Einführung von Radon-Vorsorgegebieten reagiert. Während dort Arbeitgeber verpflichtet sind, Messungen am Arbeitsplatz vorzunehmen, liegt der Schutz in Wohngebäuden in der Verantwortung der Bewohner. Eine Übersicht und Beratung bietet die Radonberatungsstelle des NLWKN, erreichbar auch telefonisch unter 05121/509 313 oder per Mail an [email protected].
Warum es sich lohnt, das eigene Zuhause auf Radon prüfen zu lassen
Der Europäische Radontag erinnert an Marie Curie, die am 7. November geboren wurde und deren Forschung zur Radioaktivität die Grundlage für das heutige Verständnis über Radonrisiken schuf.
Auch wenn Niedersachsen nicht zu den Hochrisikoregionen zählt, rät der NLWKN zur Sensibilisierung. Denn die individuelle Radonbelastung hängt stark vom Gebäude und Standort ab – und lässt sich mit einfachen Messgeräten zu Hause selbst prüfen. Die Beratungsstellen der Länder bieten hierzu praktische Hilfestellung.
