Osnabrück. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim bleibt alarmierend hoch. Laut aktueller Auswertung der IHK mussten von Januar bis Ende September 2025 insgesamt 228 Firmen Insolvenz anmelden – so viele wie seit 2011 nicht mehr. Die Keywordphrase „Unternehmensinsolvenzen Osnabrück Region“ steht dabei im Zentrum der Analyse.
Die Daten zeigen einen leichten Anstieg um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 226 Insolvenzen gemeldet wurden. Besonders betroffen ist der Landkreis Osnabrück mit einem Anstieg von 47,1 Prozent auf 75 Fälle. Im Gegensatz dazu gingen die Insolvenzzahlen in der Stadt Osnabrück (-18,6 %), im Emsland (-13,0 %) und in der Grafschaft Bentheim (-2,6 %) zurück. Landesweit stieg die Zahl der Insolvenzen um 2,2 Prozent.
Deutlicher Anstieg im Bau- und Gastgewerbe
Branchenspezifisch trifft es vor allem das Verarbeitende Gewerbe (+15,0 %), das Gastgewerbe (+5,9 %) sowie das Baugewerbe (+4,4 %). „Viele Betriebe haben nach Jahren wirtschaftlicher Schwäche kaum noch Rücklagen. Die Krise dauert an und kostet tagtäglich Arbeitsplätze“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf. Er fordert konkrete politische Maßnahmen statt bloßer Ankündigungen: „Die Wirtschaft möchte jetzt Taten sehen.“
Trotz des nur moderaten Quartalsanstiegs bleibt es bei einem Zehnjahreshoch. Graf mahnt zu verlässlichen Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und wirksamen Entlastungen, um weitere Insolvenzen abzuwenden.
Wie Unternehmen Hilfe finden können, lesen Sie nach dem Seitenwechsel.
Am 20. November 2025 bietet die IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim einen Sprechtag zu den Themen Restrukturierung und Sanierung an. Unternehmen in Schieflage erhalten dort konkrete Beratung. Informationen dazu gibt es telefonisch bei Enno Kähler unter 0541 353-316 oder auf der Website der IHK Osnabrück (Nr. 455).
