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Pflegeausbildung in Niedersachsen: Fast 15.000 Azubis, aber mehr Ausbildungsabbrüche

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Hannover. In Niedersachsen befanden sich im Jahr 2024 rund 14.946 Personen in der generalisierten Pflegeausbildung. Das geht aus aktuellen Zahlen des Landesamts für Statistik Niedersachsen (LSN) hervor. Während die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge gestiegen ist, bereitet der Anstieg der Ausbildungsabbrüche Sorgen.

Die generalisierte Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ist seit 2020 das zentrale Ausbildungskonzept in der Pflege. Sie hat die früher getrennten Ausbildungswege in der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege abgelöst. Nach Angaben des LSN sank die Gesamtzahl der Auszubildenden 2024 gegenüber dem Vorjahr um 2,0 % – von 15.252 auf 14.946 Personen. Der Frauenanteil lag bei 73,9 %.

Mehr neue Verträge, aber auch mehr Abbrüche

Positiv fällt auf: 2024 wurden 5.880 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – ein Zuwachs von 6,0 % gegenüber 2023. Das deutet auf eine wachsende Attraktivität der Pflegeberufe hin, nachdem es 2022 einen merklichen Rückgang gegeben hatte.

Dem gegenüber steht jedoch ein deutlicher Anstieg der Ausbildungsabbrüche: 1.968 Personen beendeten ihre Ausbildung vorzeitig – das sind 17,9 % mehr als im Vorjahr. Die Gründe für diese Entwicklung wurden in der Statistik nicht erfasst, könnten aber mit Belastungssituationen oder strukturellen Herausforderungen im Ausbildungsalltag zusammenhängen.

Zweiter Abschlussjahrgang bringt mehr Pflegekräfte

Im Jahr 2024 schlossen 3.882 Personen ihre generalisierte Pflegeausbildung mit Erfolg ab – deutlich mehr als im ersten Abschlussjahrgang 2023 (2.784 Personen). Nur eine sehr kleine Gruppe (0,2 %) entschied sich dabei für eine Vertiefung in der Altenpflege oder Kinderkrankenpflege.

Erstmals wurden 2024 auch sechs Studierende der hochschulischen Pflegeausbildung erfasst, die im Rahmen des Pflegestudiumstärkungsgesetzes (PflStudStG) gemeldet wurden. Sie besuchten Hochschulen außerhalb Niedersachsens, absolvierten ihre praktische Ausbildung aber im Land.

Pflegestatistik als Planungsgrundlage

Die Erhebung basiert auf der bundesweit einheitlichen Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung (PfleAFinV). Sie bietet eine belastbare Datengrundlage zur Beurteilung der Ausbildungssituation in Niedersachsen. Das LSN betont, dass die Zahlen aufgrund von Datenschutzbestimmungen gerundet sind.

Weitere Informationen zur Pflegeausbildung und zur beruflichen Bildung in Niedersachsen finden sich unter www.statistik.niedersachsen.de. Hintergrundberichte und weiterführende Analysen zur Ausbildungssituation in Niedersachsen bietet regionalupdate.de im Bereich Bildung.

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