Osnabrück. Der Landkreis Osnabrück hat mit den Arbeiten für ein landkreisweites Moorkataster begonnen. Ziel ist es, alle Moorflächen im Kreisgebiet wissenschaftlich zu erfassen und daraus konkrete Maßnahmen zum Klima- und Naturschutz abzuleiten. Die Erhebungen laufen bis ins Frühjahr 2027 und gelten als wichtiger Schritt für eine nachhaltige Zukunftsplanung.
Moore nehmen im globalen Klimaschutz eine Schlüsselrolle ein: Obwohl sie nur rund drei Prozent der Landfläche bedecken, speichern sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen. Werden sie entwässert, setzen sie hingegen erhebliche Mengen Treibhausgase frei. „Mit dem Moorkataster wollen wir die Grundlagen schaffen, um unsere Moorflächen langfristig zu erhalten und gezielt zu schützen“, sagt Landrätin Anna Kebschull.
Moorkataster Landkreis Osnabrück gestartet
Der Landkreis engagiert sich seit Jahren aktiv im Moorschutz. So wurden im Naturschutzgebiet Venner Moor bereits großflächige Wiedervernässungen umgesetzt. Auch die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Vechta im Arbeitskreis „Großes Moor/Campemoor“ zeigt das überregionale Engagement. Mit dem neuen Katasterprojekt soll nun eine aktuelle Datengrundlage entstehen: Viele bestehende Kartierungen stammen noch aus den 1970er Jahren und bilden den heutigen Zustand nicht mehr zuverlässig ab.
„Die Moorgrenzen haben sich durch Entwässerung stark verändert“, erläutert Kreisrat Thomas Könnecker. Anhand gezielter Bohrungen sollen nun Torfmächtigkeiten, hydrologische Bedingungen und Wiedervernässungspotenziale erhoben werden. Damit lassen sich Moorflächen präziser bewerten und konkrete Maßnahmen besser planen.
Datengrundlage für Jahrzehnte
Moorschutzkoordinator Johannes Stoltenberg betont die langfristige Relevanz: „Mit dem Moorkataster schaffen wir eine wissenschaftlich fundierte Basis, um Moor- und Klimaschutz in den kommenden Jahrzehnten gezielt, effizient und wirkungsvoll umzusetzen.“ Die Erkenntnisse fließen nicht nur in konkrete Renaturierungsprojekte, sondern auch in politische Entscheidungsprozesse, die Raumplanung und den Schutz der Biodiversität.