VDA fordert: „2025 als Jahr der wirtschaftlichen Trendwende“

VDA begrüßt Entlastungen für Industrie – mahnt aber Reformtempo an

Anzeige
Digitale Realität

Berlin. Die Ergebnisse des jüngsten Koalitionsausschusses zur Energie- und Industriepolitik stoßen beim Verband der Automobilindustrie (VDA) auf ein geteiltes Echo. VDA-Präsidentin Hildegard Müller lobt die geplanten Entlastungen durch Strompreiskompensation und Netzentgeltzuschüsse, fordert aber mehr Klarheit und Tempo bei strukturellen Reformen sowie einen stärkeren Fokus auf E-Mobilität und Flottengrenzwerte.

Angesichts anhaltend hoher Energiepreise sieht der VDA die Stromkosten als zentrale Herausforderung für produzierende Unternehmen in Deutschland. Besonders mittelständische Zulieferer und energieintensive Branchen wie die Halbleiter- oder Batterieproduktion benötigten verlässliche Unterstützung. Positiv bewertet der Verband die geplante Ausweitung der Strompreiskompensation auf die Batterieproduktion sowie die Fortführung der Stromsteuer-Senkung für das produzierende Gewerbe.

Energiepolitik: Automobilindustrie sieht Licht und Schatten

„Berlin adressiert mit dem Mix aus Stromsteuerreduktion, Netzentgeltzuschüssen und Strompreiskompensation die hohen Energiekosten. Das ist ein wichtiger Schritt“, so Müller. Dennoch bleibe die Stromsteuer-Senkung für die E-Mobilität weiter offen – ein aus Sicht des VDA gravierender Mangel. Auch die Finanzierung des geplanten Industriestrompreises und der geplanten Gaskraftwerksausschreibungen sei noch ungeklärt.

Müller betont, dass strukturelle Maßnahmen wie Energiepartnerschaften, Netzausbau und der Bau neuer Kraftwerke entscheidend seien, um Strompreise langfristig zu senken. Nur so könne der Standort Deutschland wettbewerbsfähig bleiben.

VDA fordert klare Linie bei Flottengrenzwerten

Neben der Energiefrage lenkt der VDA den Blick auf europäische Regulierungen. Mit Blick auf CO₂-Flottengrenzwerte fordert Müller eine Einigung in Berlin, um mit „geeinter deutscher Stimme“ in Brüssel für flexible und technologieoffene Lösungen einzutreten.

Auch der geplante „Deutschlandfonds“ wird vom VDA grundsätzlich begrüßt – insbesondere der darin enthaltene Rohstofffonds, der laut Müller wichtige Impulse für die Resilienz strategischer Wertschöpfungsketten liefern könne. Offen bleibe jedoch, wie stark der industrielle Mittelstand davon profitiere.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel