Sharjah. Forschende in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben ein Verfahren vorgestellt, das die Wasserstoffproduktion künftig deutlich günstiger machen könnte – mithilfe abgebrannter Brennelemente aus Atomkraftwerken. Eine solche Nutzung von Atommüll könnte nicht nur eine alternative Energiequelle verbessern, sondern auch ein globales Entsorgungsproblem entschärfen.
Wasserstoff gilt als klimafreundlicher Energieträger, ist in der Herstellung jedoch bislang teuer und ineffizient. Besonders die Elektrolyse, bei der Wasser durch Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird, benötigt große Mengen Energie. Forschende der Universität Sharjah arbeiten deshalb daran, diese Prozesse durch den Einsatz radioaktiver Reststoffe effizienter zu gestalten.
Wasserstoffproduktion durch Radiolyse und Katalyse
Zwei Methoden stehen aktuell im Fokus der Entwicklung: Bei der sogenannten Radiolyse wird Wasser mit Strahlung aus abgebrannten Brennstäben beschossen. Dadurch entstehen Wasserstoffradikale, die mit weniger zusätzlicher Energie Wasserstoff abspalten können. Alternativ kann Uran aus den alten Brennstäben extrahiert werden, um daraus Katalysatoren für die Wasserstoffproduktion herzustellen. In beiden Fällen wird das Wasser nicht direkt mit dem radioaktiven Material in Kontakt gebracht, wodurch eine Kontamination ausgeschlossen ist.
Die Forscher betonen, dass auch die Restwärme aus den Brennelementen genutzt werden kann, um elektrochemische Prozesse zu beschleunigen. Damit würden sich mehrere bisher ungenutzte Energiequellen parallel nutzbar machen lassen – eine doppelte Effizienzsteigerung.
Energiezukunft mit Strahlenkraft?
Der Ansatz, Atommüll zur Wasserstoffgewinnung einzusetzen, ist noch in der Forschungsphase, könnte aber langfristig Potenzial entfalten. „Die Nutzung von Atommüll ist eine neuartige Methode zur Wasserstofferzeugung, die ein seit langem bestehendes Umweltproblem in eine nützliche Ressource verwandelt“, erklärte das Forschungsteam laut newatlas.com.
Ob sich dieser Ansatz großflächig etablieren lässt, wird auch von politischen Rahmenbedingungen, Sicherheitsstandards und gesellschaftlicher Akzeptanz abhängen. Sollte das Verfahren jedoch weiterentwickelt und zugelassen werden, könnte es einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Energiezukunft leisten.
