Wien. Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung erleben psychische Gesundheit anders – doch bislang fehlt eine wissenschaftlich fundierte Definition dafür. Die Psychologin Elisabeth Zeilinger will das ändern und schafft damit die Grundlage für mehr Inklusion und Gesundheitsgerechtigkeit.
Psychische Gesundheit ist ein vielschichtiges Konzept – insbesondere für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Bisher fehlte eine wissenschaftliche Theorie, die beschreibt, was psychisches Wohlbefinden in diesem Zusammenhang überhaupt bedeutet. Dieses Defizit will die Psychologin Elisabeth Zeilinger nun mit einem Forschungsprojekt schließen, das auf Beteiligung, Perspektivenvielfalt und wissenschaftliche Präzision setzt.
Forschung für mehr Teilhabe
„Menschen mit Beeinträchtigungen sind nicht automatisch krank. Sie benötigen ein unterstützendes Umfeld, um ihre Fähigkeiten zu entfalten“, so die Forscherin. Gemeinsam mit ihrem Team und unter direkter Einbindung von Betroffenen will sie die Grundlagen für eine Definition entwickeln, die auch in Diagnostik, Versorgung und Prävention Anwendung finden kann.
Zeilingers Arbeit wird vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF gefördert. Ziel des Projekts ist es, systematische Benachteiligungen in der Gesundheitsversorgung abzubauen und evidenzbasierte Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen psychische Gesundheit ermöglichen.
Grundlage für Inklusion und Gerechtigkeit
Die künftige Definition soll nicht nur als wissenschaftliches Modell dienen, sondern auch der Praxis eine Orientierung bieten: in der Sozialarbeit, im Gesundheitswesen, in der Bildung. Denn nur wer weiß, was psychische Gesundheit für unterschiedliche Gruppen bedeutet, kann gezielte Maßnahmen zur Förderung entwickeln.
