Hannover. Mit einer Investitionsoffensive von über 500 Millionen Euro will das Land Niedersachsen seine Straßen- und Brückeninfrastruktur zukunftsfähig aufstellen. Eine neu unterzeichnete Charta setzt dabei verbindliche Standards für eine moderne, digitale und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Akteure im Straßenbau.
Die Grundlage bildet das landeseigene „Zukunftsprogramm Infrastruktur“ mit einem Gesamtvolumen von 1,8 Milliarden Euro. Daraus werden allein 500 Millionen Euro zusätzlich in den nächsten Jahren in die Modernisierung von Landesstraßen und Brücken investiert. Ziel ist eine schnelle Umsetzung der Mittel in konkrete Bauprojekte – mit klaren Leitlinien für Planung, Bau und Kommunikation.
Straßenbau Infrastruktur Niedersachsen
Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne betonte die Bedeutung der neuen Charta: „Geld allein reicht nicht. Es braucht auch gute Abstimmung und Verfahrensklarheit. Die Charta sichert diese Qualität der Zusammenarbeit ab.“ Sie legt laut Tonne den Grundstein für sichere Brücken, moderne Straßen und eine funktionierende Mobilität im ganzen Land.
Die Charta für Infrastruktur wurde am 18. November unter anderem vom Ministerium, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV), der Bauindustrie, dem Baugewerbe-Verband Niedersachsen und der Ingenieurkammer Niedersachsen unterzeichnet. Sie stellt partnerschaftliche Zusammenarbeit, digitale Verfahren und transparente Kommunikation in den Mittelpunkt.
Phillip Benckendorf vom Baugewerbe-Verband betont: „Die Charta ist ein Versprechen für Fairness, ausgewogene Risikoverteilung und klare vertragliche Grundlagen. Besonders auf Projekt- und Bauleiterebene muss dieses Versprechen gelebt werden.“ Auch der Bauindustrieverband spricht von einem „starken Zeichen“ für Tempo und Vertrauen im Straßenbau.
Maßnahmen für moderne Straßen und Brücken
Das niedersächsische Straßennetz umfasst rund 8.200 Kilometer Landesstraßen, über 2.000 Brücken und mehr als 4.700 Kilometer Radwege. Neben dem Erhalt und Ausbau dieser Infrastruktur fließen auch 25 Millionen Euro in die Modernisierung der Geräte- und Fahrzeugflotte der landesweit 56 Straßenmeistereien.
Künftig soll ein neu etablierter „Runder Tisch Straßenbau Niedersachsen“ als dauerhafte Plattform für Austausch und Bewertung der Zusammenarbeit dienen. „Er steht für Transparenz und den gemeinsamen Willen zur Verbesserung“, heißt es aus dem Baugewerbe-Verband.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Fokus
Ein zentrales Anliegen der Charta ist der nachhaltige und digitale Umbau der Infrastruktur. Dazu gehören auch Maßnahmen wie die Erneuerung von Ampeln, Fahrzeugrückhaltesystemen oder Hangsicherungen. Die Umsetzung soll eng mit mittelständischen Bauunternehmen erfolgen, die laut Ministerium „mit ihrer Flexibilität und Fachkompetenz unverzichtbar sind“.
Die Finanzierung erfolgt über das bundesweite „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“, das deutschlandweit 500 Milliarden Euro bis 2035 bereitstellt. Für Niedersachsen eröffnet sich damit die Chance, das Straßennetz zukunftsfähig aufzustellen – nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch.
Weitere Informationen und die Charta im Originalwortlaut finden sich auf der Website der NLStBV.
