Fahrersicht aus einem Auto mit einer Hand am Lenkrad und einem Lkw im Hintergrund auf einer Straße.

Wirtschaftsdaten Deutschland 2025: Auftragslage, Stellenverlagerung und Außenhandel im Fokus

Anzeige
Digitale Realität

Wiesbaden. Drei aktuelle Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts zeichnen ein vielschichtiges Bild der wirtschaftlichen Lage Deutschlands im Herbst 2025. Während der Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe leicht steigt, zeigen sich zugleich strukturelle Veränderungen am Arbeitsmarkt durch Stellenverlagerungen ins Ausland. Auch im internationalen Handel gibt es Bewegung: China löst erneut die USA als wichtigsten deutschen Handelspartner ab. Ein Überblick über die zentralen Zahlen und Entwicklungen.

Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe steigt erneut

Im September 2025 ist der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe laut Destatis um 0,6 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Zuwachs sogar 4,1 %. Die sogenannte Reichweite des Auftragsbestands – also wie lange Unternehmen theoretisch ohne neue Aufträge produzieren könnten – liegt unverändert bei 7,9 Monaten. Diese Entwicklung zeigt, dass die Industrie weiterhin eine stabile Auftragslage vorweisen kann, trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten.

Die vollständige Pressemitteilung dazu ist auf der Seite des Statistischen Bundesamtes einsehbar.

50.800 Stellen zwischen 2021 und 2023 ins Ausland verlagert

Im Zeitraum von 2021 bis 2023 haben etwa 1.300 Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten Teile ihrer Unternehmensfunktionen ins Ausland verlagert. Dies entspricht 2,2 % aller deutschen Unternehmen dieser Größenordnung. Laut Angaben von Destatis wurden dadurch rund 71.100 Stellen in Deutschland abgebaut, während gleichzeitig 20.300 neue Stellen – teils durch Umschichtungen – geschaffen wurden. Unterm Strich ergibt sich ein Netto-Stellenverlust von 50.800 Arbeitsplätzen.

Am häufigsten betroffen war die Funktion „Produktion von Waren“. Hier gingen 21.100 Stellen netto verloren. Hauptmotiv für die Verlagerung war für viele Unternehmen der Kostenvorteil im Ausland, aber auch der Fachkräftemangel in Deutschland spielte eine Rolle.

China erneut wichtigster Handelspartner

Von Januar bis September 2025 lag der Außenhandelsumsatz mit der Volksrepublik China bei 185,9 Milliarden Euro – ein Plus von 0,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit überholt China erneut die USA (184,7 Milliarden Euro, -3,9 %) und ist damit wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner.

Auffällig ist jedoch: Die deutschen Exporte nach China sanken um 12,3 %, während die Importe aus China um 8,5 % stiegen. Im Vergleich dazu gingen die Exporte in die USA um 7,8 % zurück, die Importe stiegen hingegen nur leicht um 2,5 %. Besonders betroffen vom Rückgang waren die Kraftfahrzeugexporte.

China hatte diese Position bereits von 2016 bis 2023 inne, wurde jedoch im Jahr 2024 kurzzeitig von den Vereinigten Staaten abgelöst.

Fazit: Stabile Industrie, struktureller Wandel, globale Herausforderungen

Die aktuellen Daten verdeutlichen: Trotz stabiler Auftragslage im produzierenden Gewerbe steht der deutsche Wirtschaftsstandort vor Herausforderungen. Der globale Wettbewerb, Standortentscheidungen von Unternehmen sowie außenwirtschaftliche Abhängigkeiten spielen eine zunehmend wichtige Rolle. Die Rückkehr Chinas an die Spitze der Handelspartner unterstreicht zudem die strategische Bedeutung Asiens für die deutsche Wirtschaft – bei gleichzeitig rückläufigen Exporten.

Weitere Details und vollständige Berichte sind auf der offiziellen Website des Statistischen Bundesamtes abrufbar.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel