Hamburg. „Deutschland befindet sich im Wandel, aber nicht im Niedergang“, sagt Eckhart Hilgenstock, ausgezeichnet als „Top Interim Manager 2025“. Der erfahrene Beirat und Unternehmensberater fordert mehr Innovationsgeist in der Wirtschaft – und kritisiert einseitige Debatten über Deindustrialisierung.
Hilgenstock sieht die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen als Teil eines notwendigen Umbruchs. Die Konzentration auf die Verlagerung von Produktion greife zu kurz: „Ein Unternehmen besteht aus viel mehr als Produktionsstätten – es sind auch Think Tanks, Softwareschmieden und Labore für neue Geschäftsmodelle.“ Der Fokus müsse auf der Innovationsfähigkeit, nicht allein auf der Fertigung liegen.
KI als Gamechanger für den Mittelstand
Besonders betont Hilgenstock die Rolle Künstlicher Intelligenz für die Zukunftsfähigkeit mittelständischer Firmen. „Viele meiner Mandate drehen sich darum, mit KI Prozesse zu verbessern oder ganz neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“, berichtet er aus der Praxis. Dabei sieht er sich selbst als „Impulsgeber für Innovationen und Leader für Transformationen“.
Deutschland bringe weiterhin große Stärken mit – etwa in Technik, Systemdenken und Ingenieurskunst. Doch es fehle oft an Tempo und Mut, neue Wege zu gehen. „Wer heute ins Ausland abwandert, wird nicht automatisch erfolgreicher, wenn es an der Innovationskraft fehlt“, warnt er.
Politik soll Rahmenbedingungen verbessern
Neben der Wirtschaft sieht Hilgenstock auch die Politik in der Pflicht: Weniger Bürokratie, mehr unternehmerische Freiheit seien nötig. Er fordert: „Auch die Politik muss alte Zöpfe abschneiden – nicht nur die Unternehmen.“
