Online-Betrug im E-Commerce bleibt auf hohem Niveau – über ein Viertel der befragten Online-Shops mit Gesamtschäden von 100.000 Euro
Hamburg. Laut einer aktuellen Umfrage des Informationsdienstleisters CRIF wurden 95 Prozent der Online-Shops in Deutschland bereits mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert. Besonders rund um den Black Friday und Cyber Monday steigt die Gefahr für E-Commerce-Unternehmen – ein besorgniserregender Trend, der die Branche plagt.
Betrugsrisiken im Online-Handel
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 45 Prozent der befragten E-Commerce-Unternehmen in den letzten zwölf Monaten eine Zunahme von Betrugsrisiken feststellen mussten. Nur 12 Prozent der Händler berichteten von einem Rückgang der Betrugsfälle. Dieses konstante Risiko hat erhebliche Auswirkungen auf die Branche und erfordert verstärkte Aufmerksamkeit und präventive Maßnahmen.
Die häufigste Art des Betrugs in Deutschland ist der Identitätsdiebstahl, mit dem 76 Prozent der Online-Shops konfrontiert wurden. Zusätzlich gaben 74 Prozent an, Erfahrungen mit Betrugsversuchen durch falsche Namens- oder Adressangaben gemacht zu haben. Auch beim Eingehungsbetrug, wo Käufer die Absicht haben, Rechnungen nicht zu begleichen, waren 53 Prozent der Händler betroffen.
„Online-Shops sollten an umsatzstarken Tagen wie dem Black Friday besonders aufmerksam sein und ihre Betrugspräventionsstrategien überprüfen“, sagte Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland.
Insgesamt sehen auch 41 Prozent der Online-Shops Account Takeover als häufige Betrugsform an, bei der Kriminelle bestehende Kundenkonten für ihre Bestellungen missbrauchen.
Wirtschaftliche Auswirkungen von Online-Betrug
Die finanziellen Folgen von Betrugsaktivitäten sind für die meisten Online-Händler erheblich. 79 Prozent der Umfrageteilnehmer berichteten, dass der höchste Einzelverlust aus Betrugsfällen unter 5.000 Euro lag. Doch 12 Prozent gaben an, dass die durchschnittlichen Verluste bei 5.000 bis 10.000 Euro lagen, während 9 Prozent sogar über 10.000 Euro verloren haben. Erschreckenderweise sieht sich mehr als ein Viertel der befragten Shops mit jährlichen Verlusten von über 100.000 Euro konfrontiert.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Um dem wachsenden Problem entgegenzuwirken, setzen viele Online-Händler auf automatisierte Lösungen zur Betrugsprävention. Laut der Studie haben 94 Prozent der Online-Shops bereits Maßnahmen zur Betrugserkennung implementiert. Dabei verwenden 90 Prozent eine Kombination aus manuellen und automatisierten Verfahren, um den unterschiedlichen Betrugsformen entgegenzutreten.
Zudem betrachten 75 Prozent die Anpassung präventiver Methoden an Risiken und Kunden als aktuelle zentrale Herausforderung. 62 Prozent sehen die Erkennung neuer Betrugsmuster als besonders wichtig an, um proaktiv auf die sich ständig verändernden Vorgehensweisen von Tätern reagieren zu können.
Die Erkenntnisse zur Problematik des Online-Betrugs im E-Commerce zeigen, wie entscheidend es für Online-Händler ist, effektive Strategien zur Betrugsbekämpfung zu entwickeln. Angesichts der zu erwartenden Entwicklungen in der Technologie und den Betrugsmethoden ist ein kontinuierlicher Austausch und die Anpassung der Präventionsmaßnahmen unerlässlich.
