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VDI fordert: Internationale MINT-Talente besser binden

Der neue MINT-Herbstreport zeigt eine deutliche Fachkräftelücke in Deutschland. Der Verein Deutscher Ingenieure sieht in ausländischen Studierenden einen wichtigen Schlüssel zur Lösung – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Düsseldorf. Deutschland fehlen aktuell rund 148.500 MINT-Fachkräfte, besonders im Ingenieurbereich bleibt die Lücke groß. Das zeigt der aktuelle MINT-Herbstreport des Nationalen MINT-Forums. Gleichzeitig studieren bereits viele internationale Talente in Deutschland – doch nach dem Abschluss verlassen viele das Land wieder. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) sieht hier dringenden Handlungsbedarf.

Internationale Absolventen bringen Milliarden-Wertschöpfung

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 153.000 internationale MINT-Absolventinnen und Absolventen, die in Deutschland studiert haben, trugen 2022 mit 14,6 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei. Sie stärken Innovationen und die Startup-Szene. Deutschland liegt weltweit auf Platz drei der beliebtesten Zielländer für internationale Studierende.

Besonders erfreulich: 43 Prozent der internationalen Studierenden sind in den Ingenieurwissenschaften eingeschrieben. Laut DAAD möchten 64 Prozent nach ihrem Abschluss in Deutschland bleiben. „Diese Bleibeabsicht zu erhöhen, könnte zumindest teilweise die Effekte des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt abfedern“, erklärt VDI-Bildungsexpertin Alina Cohnen.

Hochschulen brauchen mehr Mittel für Integration

Damit internationale Talente erfolgreich studieren und bleiben, benötigen Hochschulen ausreichende Mittel für Integrations- und Sprachangebote. Der VDI fordert in seinem Impulspapier „Bildung und Qualifikation der Zukunft“ einen besseren Austausch zwischen deutschsprachigen und englischsprachigen Studiengängen – etwa durch Buddy-Programme oder gemeinsame Projektphasen.

Kritisch ist die Übergangsphase vom Studium in den Beruf. Mentoring-Programme wie VDI-Xpand spielen hier eine wichtige Rolle: Berufserfahrene vermitteln internationalen Talenten Wissen über den deutschen Arbeitsmarkt und unterstützen beim Berufseinstieg. „Eine gelebte Willkommenskultur ist ein Schlüsselfaktor für die langfristige Bindung von internationalen Fachkräften“, sagt Anne Vatter, Projektleiterin von VDI-Xpand.

28 Handlungsempfehlungen für die Bildungskette

Der VDI hat im Rahmen der Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ 28 konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt – von der frühkindlichen MINT-Förderung bis zur Integration internationaler Fachkräfte. „Die Erkenntnisse des MINT-Herbstreports bestätigen: Internationale Absolventinnen und Absolventen spielen eine strategisch zentrale Rolle für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland“, so Cohnen.

Der VDI fordert entschlossenes Handeln von Politik, Hochschulen und Wirtschaft, um die MINT-Lücke zu schließen und Deutschlands Position als führende Wirtschafts- und Technologienation zu sichern.

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