Buchholz i. d. Nordheide. Trotz voller Auftragsbücher und stabiler Geschäftspraktiken sind viele Unternehmer in Gefahr, die signifikanten Auswirkungen von Forderungsausfällen zu unterschätzen. Der Geschäftsführer der DIAGONAL Gruppe, Philipp Kadel, warnt davor, dass diese Risiken die Liquidität und Planungssicherheit erheblich gefährden können. In diesem Artikel werden zentrale Aspekte zu Forderungsausfällen im Mittelstand behandelt und Strategien aufgezeigt, um sich wirksam davor zu schützen.
Forderungsausfälle verstehen!
In der heutigen Geschäftswelt glauben viele Unternehmer, dass offene Forderungen lediglich Liquiditätslücken sind, die sich mit den nächsten Aufträgen ausgleichen lassen. Doch das ist ein gefährlicher Irrtum. Philipp Kadel erklärt, dass in Wahrheit die Kosten für Material, Löhne und Steuern weiter anfallen, während die Forderungen unbezahlt bleiben. „Forderungsausfälle stehen für zerstörte Umsätze in sechsstelliger Höhe und gefährden direkt die Zahlungsfähigkeit“, warnt Kadel.
Die Bedeutung der Umsatzrendite wird in diesem Zusammenhang besonders deutlich. Sie zeigt, wie viel Prozent des erwirtschafteten Umsatzes tatsächlich als Gewinn im Unternehmen bleibt. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Bei einem Umsatz von 50 Millionen Euro und einem Gewinn von zwei Millionen Euro beträgt die Umsatzrendite nur vier Prozent. „Die Hebelwirkung offener Forderungen wächst mit sinkender Rendite: Je enger der finanzielle Spielraum, desto härter trifft ein Ausfall das gesamte Geschäft“, so Kadel.
Psychologische Aspekte von Forderungsausfällen
Die Wahrnehmung von Forderungsausfällen spielt eine Schlüsselrolle. Ein Verlust von 25.000 Euro wird oft als überschaubar eingeschätzt, doch dies könnte bedeuten, dass ein Mehrumsatz von 500.000 Euro nötig ist, um diesen Verlust auszugleichen. „Niemand würde freiwillig auf einen Umsatz von einer halben Million Euro verzichten. Trotzdem wird ein Forderungsausfall häufig bagatellisiert“, sagt Kadel und hebt hervor, dass Unternehmer sich bewusst sein sollten, dass selbst kleinere Ausfälle weitreichende negative Folgen haben können.
Strategien zur Vermeidung von Forderungsausfällen
Ein aktives und strategisches Forderungsmanagement ist essenziell für die Stabilität eines Unternehmens. Kadel betont, dass Unternehmen offene Forderungen proaktiv managen sollten. In Branchen mit hohen Fixkosten ist eine vorausschauende Strategie überlebenswichtig. Erfolgreiches Forderungsmanagement bedeutet mehr als nur Mahnungen zu versenden; es erfordert individuelle Lösungen und wertschätzende Kommunikation mit den Kunden.
Dennoch treffen viele Unternehmen grundlegende Fehler, wie verspätetes Mahnen oder eine zu formelle Ansprache. „Ein kundenfreundlicher Ansatz, der etwa Humor und Verständnis einsetzt, kann die Zahlungsmotivation erhöhen“, empfiehlt Kadel. Multikanal-Strategien, die verschiedene Kommunikationswege nutzen, sorgen dafür, dass Unternehmen ihre Kunden dort erreichen, wo sie am ehesten reagieren.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Fazit: Forderungsausfälle im Mittelstand managen
Forderungsmanagement wird oft als notwendiges Übel wahrgenommen, doch mit der richtigen Strategie können Unternehmen aus säumigen Zahlern treue Kunden machen. Ein wertschätzender Umgang und Dialogbereitschaft fördern das Vertrauen zwischen Unternehmen und Kunden. „Professionelles Forderungsmanagement schützt nicht nur die Liquidität, sondern auch die Kundenbeziehungen“, fasst Kadel zusammen. So können mittelständische Unternehmen Risiken in wertvolle Entwicklungschancen umwandeln und auf diese Weise nachhaltiges Wachstum sichern.
In der Region Buchholz i. d. Nordheide kann eine effektive Strategie gegen Forderungsausfälle im Mittelstand nicht nur die finanzielle Stabilität der Unternehmen fördern, sondern auch die wirtschaftliche Dynamik der gesamten Gemeinde stärken. Die DIAGONAL Gruppe zeigt auf, dass modernes Forderungsmanagement weit über Mahnprozesse hinausgeht und entscheidend für den Unternehmenserfolg ist.