München. Die Zahl der durch Landminen verletzten oder getöteten Menschen hat im Jahr 2024 einen alarmierenden Höchststand erreicht. Der aktuelle Landminen-Monitor 2025 dokumentiert mindestens 6.279 Opfer, was die fortwährenden Gefahren des Einsatz von Landminen verdeutlicht. Besonders betroffen sind Zivilisten, die 90 % der registrierten Fälle ausmachen.
Zivile Opferzahlen steigen dramatisch
Der Landminen-Monitor 2025, der am 1. Dezember in Genf veröffentlicht wurde, liefert umfassende Daten über die Auswirkungen von Antipersonen-Minen, selbstgebauten Minen und explosiven Kriegsresten auf die Zivilbevölkerung. Dem Bericht zufolge sind 1.945 Menschen im Jahr 2024 durch diese Waffen gestorben, während 4.325 verletzt wurden. Dringend gefordert wird ein Umdenken in der internationalen Gemeinschaft, um die Unterstützung für Minenräumung und Opferhilfe zu stärken.
Die alarmierenden Zahlen sind insbesondere auf die eskalierenden bewaffneten Konflikte in Ländern wie der Ukraine und Myanmar zurückzuführen. Im Jahr 2024 wurden Opfer in 52 Ländern registriert, wobei Myanmar mit 2.029 Opfern an der Spitze steht, gefolgt von Syrien (1.015), Afghanistan (624), der Ukraine (293) und dem Jemen (247). Kinder machen fast die Hälfte (46 %) der zivilen Opfer aus, was die Dringlichkeit der Thematik unterstreicht.
„Die Vertragsstaaten müssen konsequent ihren vertraglichen Verpflichtungen nachkommen und den Einsatz von Antipersonen-Minen durch jeden Akteur auf das Schärfste verurteilen“, sagte Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung bei Handicap International Deutschland.
Unterstützung für Minenräumung in Gefahr
Handicap International fordert anlässlich der jährlichen Konferenz über das Minenverbot in Genf eine hohe Aufmerksamkeit auf die Problematik der Landminen. Der Minenverbotsvertrag steht durch die angekündigten Austritte von sechs Staaten, darunter Estland und die Ukraine, auf der Kippe. Dies könnte langfristig die internationale Koordination zur Bekämpfung des Einsatz von Landminen stark beeinträchtigen.
Zudem gibt es weltweit einen besorgniserregenden Trend hin zu Kürzungen humanitärer Hilfsgelder, was direkte Auswirkungen auf die Minenräumung und die Unterstützung für Opfer hat. Die Hilfsorganisation sieht die Zeit drängen, um das Bewusstsein für die Situation zu schärfen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Der Umgang mit dem Einsatz von Landminen ist nicht nur eine Frage der humanitären Hilfe, sondern betrifft auch die zivile Sicherheit in Kriegs- und Nachkriegsgebieten. Angehörige der Zivilbevölkerung sind oft die Hauptleidtragenden, was massive globale Anstrengungen zur Beseitigung dieser bedrohlichen Waffen erfordert.
In Anbetracht der drohenden Einschnitte in die Unterstützung der Minenräumung ist es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger aufmerksam bleiben und sich für eine stärkere Implementierung des Landminenverbots einsetzen. Auch in unserem lokalen Raum gibt es Initiativen und Informationsangebote, die sich mit der Thematik beschäftigen und die Notwendigkeit der Unterstützung unterstreichen.
Weitere Informationen zu den Zahlen und den Konsequenzen finden Sie auf den Webseiten Handicap International und ICBL.

