Cover des 12. Alternativen Drogen- und Suchtberichts 2025 mit Titel und Herausgeberinformationen.

Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2025 fordert Neustart der deutschen Drogenpolitik

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Berlin. Der Alternative Drogen Suchtbericht 2025 zeigt deutlicher denn je, dass Deutschland vor großen Herausforderungen im Umgang mit Drogen steht. Bei der Vorstellung des Berichts in Berlin forderten die Deutsche Aidshilfe, akzept e.V. und das Selbsthilfenetzwerk JES eine umfassende Modernisierung der Drogenpolitik. Nach Ansicht der Herausgeber braucht es dringend einen Kurswechsel, um steigenden Todeszahlen, neuen Substanzen und zunehmender Verelendung wirksam begegnen zu können.

Maria Kuban von der Deutschen Aidshilfe betonte, dass veraltete politische Strategien den aktuellen Entwicklungen nicht mehr gerecht werden. Die letzte Nationale Strategie zur Drogen und Suchtpolitik stammt aus dem Jahr 2012 und bildet die Teil-Legalisierung von Cannabis, das Auftauchen neuer psychoaktiver Stoffe, Crack-Konsum oder die drohende Verbreitung synthetischer Opioide wie Fentanyl nicht ab. Der neue Bericht soll deshalb Grundlage für eine zeitgemäße und evidenzbasierte Strategie werden.

Alternative Drogen Suchtbericht 2025 zeigt Handlungsbedarf

Zur Veröffentlichung inszenierten die Organisationen ein Pop-up-Cannabisgeschäft – mit leeren Verpackungen, da ein legaler Verkauf weiterhin verboten ist. Die Ablehnung jüngster Modellprojekte durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung verdeutliche, wie politischer Stillstand Fortschritte verhindere. Prof. Dr. Heino Stöver von akzept e.V. verwies auf internationale Beispiele wie die Schweiz, die zeigen, dass legale, kontrollierte Abgabestrukturen den Schwarzmarkt wirksam schwächen können.

Der Bericht liefert konkrete Vorschläge für dringend benötigte Maßnahmen. Dazu zählen ein flächendeckender Ausbau von Drogenkonsumräumen, der niedrigschwellige Zugang zu Naloxon, die Gleichstellung der Diamorphinbehandlung, Drugchecking Angebote sowie neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Suchthilfe und Psychiatrie. Auch die Alkohol und Tabakpolitik soll auf wissenschaftlicher Basis neu ausgerichtet werden.

Die Herausgeber betonen, dass lösungsorientierte Politik möglich sei. Der Alternative Drogen Suchtbericht 2025 zeigt Wege auf, wie Abhängigkeitserkrankte geschützt, öffentliche Räume entlastet und gesundheitliche Schäden reduziert werden können. Entscheidend sei nun der politische Wille, diese Evidenz in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.

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