Vertikale Farm mit mehreren Regalen, die mit verschiedenen Salatsorten bepflanzt sind.

DBU fördert Pflanzentheke mit 175.000 Euro

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München. In einer innovativen Initiative zielt das hessische Startup Pflanzentheke darauf ab, die städtische Lebensmittelproduktion durch moderne Anbaumethoden zu revolutionieren. Das Unternehmen präsentiert A-förmige Pflanzen-Regale, die eine effiziente Nutzung von Flächen und Ressourcen ermöglichen. In diesem Kontext gewinnt das Thema Vertical Farming in Lorsch zunehmend an Bedeutung, da es einen umweltbewussten Ansatz zur Nahrungsmittelproduktion bietet.

Effiziente Nahrungsmittelproduktion

Die Herausforderungen der Lebensmittelversorgung in Deutschland sind erheblich. Rund 80 Prozent des Obstes und Gemüses werden importiert, was die Abhängigkeit von langen Transportwegen und die damit verbundenen CO2-Emissionen verstärkt. Die Selbstversorgungsrate liegt bei lediglich 36 Prozent für Gemüse und 20 Prozent für Obst, wie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) berichtet. In urbanen Zentren wie Osnabrück ist es daher wichtig, lokale Anbaumethoden zu entwickeln, die auf kurze Transportwege setzen.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt das Projekt der Pflanzentheke mit 175.000 Euro. „Nahrungsmittelanbau nah an urbanen Zentren mit hohem Bedarf spart teure und klimaschädliche Transportwege“, sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Die Pflanzentheke nutzt vertikale Anbausysteme für den geschützten Anbau von Lebensmitteln, bei dem Pflanzen in nährstoffreichem Wasser gedeihen – eine Technik, die besonders auf geringe Flächenutzung ausgelegt ist.

Automatisierung und Ressourcenschonung

Der Schritt zur vollständigen Automatisierung des Anbaus ist Teil der Strategie des Unternehmens, die Effizienz weiter zu steigern. Laut Mitgründer Leon Welker soll die Automatisierung bei minimalem Energieaufwand und niedrigeren Betriebskosten erfolgen. „Wir setzen auf praxisnahe Automatisierungsschritte, die konkret dort ansetzen, wo kleine und mittlere Betriebe heute an ihre Grenzen stoßen“, so Welker. Das System der Pflanzentheke verspricht nicht nur eine Erleichterung der täglichen Arbeit, sondern auch eine signifikante Reduzierung von Wasser- und Düngerverbrauch.

Durch den Einsatz von Sensoren werden die Pflanzen in ihren jeweiligen Wachstumsphasen optimal mit Nährstoffen versorgt. Die Anbauanlagen sind darauf ausgelegt, das Sonnenlicht effizient zu nutzen, was die Energiekosten im Vergleich zu traditionellen Anbaumethoden erheblich senkt. Welker hebt hervor: „Wir verbinden die Vorteile des Indoor-Vertical-Farmings mit einem entscheidenden Plus: Unsere Anlagen nutzen natürliches Sonnenlicht.“

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Ökologische und ökonomische Vorteile

Das Konzept des Vertical Farming in Lorsch hat nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch das Potenzial, wirtschaftliche Impulse zu setzen. Mit einer Reduzierung des Wasserverbrauchs um bis zu 90 Prozent und des Düngereinsatzes um 85 Prozent im Vergleich zur traditionellen Landwirtschaft wird die Ressourcenschonung zu einem zentralen Anliegen der Pflanzentheke. Diese effiziente Nahrungsmittelproduktion könnte dabei helfen, die lokale Selbstversorgung zu steigern und gleichzeitig die umweltschädlichen Emissionen, die durch den Transport von Lebensmitteln verursacht werden, zu verringern.

Die Förderung durch die DBU hat bereits dazu beigetragen, die Marktreife des Systems zu erreichen. Nun bereitet das Startup weitere Schritte zur Implementierung der Automatisierung vor, um die Wettbewerbsfähigkeit der kleineren und mittleren Betriebe in der Region zu stärken. Die Anlagen sind zudem schnell installierbar und können an bestehende Infrastrukturen angeschlossen werden.

Fazit

Insgesamt spielt das Vertical Farming in Lorsch eine vielversprechende Rolle in der Transformation der Lebensmittelproduktion. Es bietet innovative Lösungen, um den Herausforderungen der globalen Ernährungssicherheit und den ökologischen Anforderungen gerecht zu werden. Die Fortschritte des Startups Pflanzentheke können dazu beitragen, die Ernährungslandschaft in der Region nachhaltig zu verändern und den städtischen Raum als Ort für effizienten Lebensmittelanbau neu zu definieren.

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