Berlin. Mit einem umfangreichen Forderungskatalog zur Zukunftsfähigen Landwirtschaft GAP hat der Deutsche Bauernverband (DBV) die Bundesländer bei der Sonder-Agrarministerkonferenz in Brüssel adressiert. Der DBV übergab den Ländervertretern ein Positionspapier mit zentralen Punkten für die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2028 und den kommenden EU-Haushalt. Hintergrund ist die Sorge, dass die aktuellen Kommissionsvorschläge zentrale agrarpolitische Strukturen schwächen könnten.
Angeführt wurde die Delegation vom Vorsitzenden des DBV-Fachausschusses Agrarpolitik, Karsten Trunk aus Mecklenburg-Vorpommern. Trunk betonte, dass die EU-Vorschläge „die europäische Ausrichtung der GAP gefährden“ und eine starke, gemeinsame Agrarpolitik nötig sei. Diese müsse klare Zuständigkeiten, praxistaugliche Instrumente und ein inflationsfestes Budget garantieren, um Betriebe und ländliche Räume zu stabilisieren.
Zukunftsfähige Landwirtschaft GAP: 10-Punkte-Katalog vorgestellt
Im Zentrum des Positionspapiers steht ein zehn Punkte umfassender Katalog, der für die GAP 2028–2034 eine grundlegende Neuausrichtung fordert. Zu den zentralen Anliegen zählen:
Budget und Struktur
Der DBV fordert mindestens 500 Milliarden Euro im Mehrjährigen Finanzrahmen für die GAP, deutlich mehr als die von der EU vorgesehenen 294 Milliarden Euro. Die Zwei-Säulen-Struktur soll erhalten bleiben, die 2. Säule (Ländliche Entwicklung) ein eigenes Budget von 100 Milliarden Euro erhalten.
Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe
Gefordert werden einkommenswirksame Maßnahmen, die Stärkung der Umverteilungsprämie, Investitionsförderung und verlässliche Risikomanagementinstrumente. Eine verpflichtende Degression oder Kappung lehnt der DBV ab.
Bürokratieabbau
Der Verband weist auf die Notwendigkeit einer deutlichen Entlastung der Betriebe hin. Dazu zählen der Abbau von Konditionalitäten, die Streichung der sozialen Konditionalität, die Ablehnung des DNSH-Prinzips sowie eine vereinfachte Definition des „Aktiven Landwirts“.
Forderung an Bund und Länder
Für die Zukunftsfähige Landwirtschaft GAP sieht Trunk vor allem die Bundesregierung, die Länder und die Europaabgeordneten in der Pflicht. Sie müssten die Kommissionsvorschläge kritisch begleiten und Anpassungen durchsetzen, um Strukturbrüche zu verhindern. Landwirtschaftliche Einkommen müssten gesichert und der Beitrag der Betriebe zu Klima- und Umweltzielen „attraktiv und ausgewogen“ gestaltet werden.
Der DBV verweist zudem auf die laufenden Verhandlungen zwischen EU-Kommission, Parlament und Rat. Nach Veröffentlichung der Kommissionsvorschläge im Juli 2025 habe der Fachausschuss Agrarpolitik seine Arbeit intensiviert, um die Anliegen der deutschen Landwirtschaft stärker einzubringen.
Das vollständige Positionspapier ist über den Deutschen Bauernverband abrufbar.

