Verdacht auf Milliardenschaden beim VZB

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Berlin. Das Versorgungswerk der Zahnärzte (VZB) in Berlin, Brandenburg und Bremen verzeichnet einen vorläufigen Verlust von 1,1 Milliarden Euro. Diese Schätzung wurde vom Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses, Thomas Schieritz, im Rahmen eines Gesprächs mit der Redaktion von rbb24 Recherche veröffentlicht. Die finalen Ergebnisse sollen im ersten Quartal 2026 vorliegen. Der Verlust resultiert aus einem Rückgang des anfänglichen Anlagevermögens von 2,2 Milliarden Euro, das zur Altersversorgung von etwa 10.000 Zahnärzten in der Region eingesetzt wird.

Milliardenschaden beim VZB

Die Verlustursachen, wie Schieritz erklärt, liegen in einer problematischen Anlagepraxis der vergangenen zehn Jahre. Diese wurde als unzulässig und strukturell fehlgesteuert eingestuft, was sowohl den Richtlinien des VZB als auch geltendem Landes- und Bundesrecht widersprechen soll. Zudem gab es über einen längeren Zeitraum hinweg keine verlässliche Bewertung der Anlagen. Um diese Mängel zu beheben, plant das VZB eine umfassende Neuauswertung, die bis März 2026 abgeschlossen sein soll.

Rechtsanwalt Mirko Röder, der den ehemaligen Vorsitzenden Ingo Rellermeier verteidigt, äußert sich vorsichtig zu den Verlusten. Er betont, dass noch geklärt werden müsse, welche Verluste tatsächlich entstanden sind und wer dafür verantwortlich ist. „In jedem Fall gilt die Unschuldsvermutung“, sagte Röder.

In einer Reaktion auf die Situation haben Bremer Zahnärzte eine Initiative unter dem Namen „WEU. WirEngagierenUns“ ins Leben gerufen. Diese Gruppe hat einen Sammelbrief an die Bundesgesundheitsministerin Ina Waken (CDU) initiiert. Darin fordern die Zahnärzte Unterstützung durch das Ministerium und appellieren daran, die Kontrolle über das finanziell gefährdete Versorgungswerk zu übernehmen. weiter fordern sie die Schaffung eines Sondervermögens des Bundes zur Kompensation des entstandenen Schadens.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Die Zahnärzte warnen, dass ohne die Absicherung der Altersversorgung abwanderungswillige junge Zahnärztinnen und Zahnärzte drohen, was die ambulante Versorgung in der Region ernsthaft gefährden könnte. Diese Entwicklungen unterstreichen die Dringlichkeit eines Eingreifens auf politischer Ebene. Bei der anhaltenden Unsicherheit über die Stabilität des Versorgungswerks steht viel auf dem Spiel für die gesamte Region.

Der aktuelle Zustand des Versorgungswerk Zahnärzte Verlust stellt nicht nur eine finanzielle Herausforderung dar, sondern könnte auch Auswirkungen auf die zukünftige Versorgung der Patienten in Berlin, Brandenburg und Bremen haben.

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