Wiesbaden. Das Statistische Bundesamt hat mehrere aktuelle Kennzahlen zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung vorgestellt. Die Daten betreffen die kommenden Arbeitstage, die Entwicklung an Hochschulen, den Verkehr, die wirtschaftliche Lage im Gütertransport sowie den deutschen Außenhandel und die Lebenshaltungskosten. Sie zeigen ein gemischtes Bild aus Fortschritten, Belastungen und stabilen Trends.
2026 wird im bundesweiten Durchschnitt mit 250,5 Arbeitstagen gerechnet. Das bedeutet 2,4 zusätzliche Arbeitstage im Vergleich zu 2025. Verantwortlich dafür ist vor allem, dass der Tag der Deutschen Einheit und der zweite Weihnachtsfeiertag im kommenden Jahr auf ein Wochenende fallen. Wegen der unterschiedlichen Feiertagsregelungen ergeben sich im Bundesdurchschnitt Werte mit Nachkommastellen.
Die Gleichstellung an Hochschulen entwickelt sich weiter positiv. Ende 2024 lag der Anteil von Professorinnen unter den bundesweit 52 100 hauptberuflichen Professuren bei 30 Prozent. Vor 20 Jahren lag der Frauenanteil noch bei 14 Prozent, im Jahr 2014 bei 22 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Wert leicht um einen Prozentpunkt, bleibt jedoch weiterhin unter dem Anteil von Frauen in frühen akademischen Karrierephasen.
Verkehrsunfälle und Transportentwicklung im Fokus
Für das Jahr 2025 erwartet Destatis einen leichten Anstieg der Verkehrstoten auf voraussichtlich 2 810 Personen. Das wären 40 mehr als im Jahr 2024. Den bisherigen Tiefststand gab es 2021 mit 2 562 Todesopfern. Auch die Zahl der Verletzten steigt nach Schätzung des Bundesamtes und dürfte rund 370 000 Personen erreichen. Die Zahl der Unfälle mit Personen- oder Sachschaden stagniert.
Im Gütertransport ist die Entwicklung hingegen rückläufig. Der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex sank im November 2025 kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt das Minus 1,2 Prozent. Der Index basiert auf der Fahrleistung mautpflichtiger Lastkraftwagen mit mindestens vier Achsen auf Autobahnen und gilt als Indikator für die wirtschaftliche Aktivität.
Außenhandel und Lebenshaltungskosten zeigen klare Trends
Der deutsche Außenhandel zeigt im Oktober 2025 unterschiedliche Entwicklungen. Die Exporte stiegen leicht um 0,1 Prozent auf 131,3 Milliarden Euro, während die Importe im selben Zeitraum um 1,2 Prozent auf 114,5 Milliarden Euro sanken. Im Jahresvergleich liegen sowohl Ausfuhren als auch Einfuhren deutlich im Plus. Der Exportüberschuss beträgt kalender- und saisonbereinigt 16,9 Milliarden Euro.
Klar sichtbar ist auch die Belastung einkommensschwacher Haushalte. Diese gaben 2023 durchschnittlich 64 Prozent ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel und Wohnen aus. Haushalte mit weniger als 1 300 Euro Nettoeinkommen hatten monatliche Konsumausgaben von 1 210 Euro, wovon 780 Euro allein auf diese beiden Bereiche entfielen. Auch für Information und Kommunikation geben einkommensschwache Haushalte anteilig mehr aus als Haushalte mit hohem Einkommen. Verkehrsausgaben bilden insgesamt den drittgrößten Ausgabenposten.
Die aktuellen Veröffentlichungen von Destatis machen deutlich, welche Entwicklungen Deutschland im kommenden Jahr prägen werden. Von Arbeitstagen über Hochschulstrukturen bis hin zu Verkehr und Konsum geben die Daten einen breiten Überblick über wirtschaftliche und gesellschaftliche Trends.
