Frankfurt. In der neuesten Folge des Aptacare Deeptalk diskutiert Moderatorin Johanna Klum mit ihren Gästen, wie sich Care-Arbeit und Karriere miteinander vereinbaren lassen. Die Runde widmet sich nicht nur den strukturellen Hürden, sondern auch den emotionalen Herausforderungen, die vor allem Frauen häufig erfahren.
Gleichgewicht zwischen Familie und Karriere
In einem emotionalen Gespräch beleuchtet Klum gemeinsam mit Sandra Maria Runge, Rechtsanwältin und Expertin für Elternrechte, sowie Hannah Blankenberg, Psychologin mit dem Schwerpunkt auf Familien- und Arbeitsbalance, die Herausforderungen, die Familien bei der Vereinbarkeit von Beruf und Fürsorgearbeit begegnen. Klum eröffnet die Diskussion mit der provokanten Frage, warum es für viele Männer selbstverständlich sei, Karriere zu machen, während Frauen oft Kompromisse eingehen müssten.
Runge betont die Notwendigkeit von rechtlicher Aufklärung. „Wissen ist Macht und gibt Sicherheit, besonders in dieser hochsensiblen Phase“, erklärt sie und empfiehlt werdenden Eltern, sich bereits frühzeitig über Themen wie Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld zu informieren. Befriedigte Sicherheiten durch rechtliche Absicherung könnten der erste Schritt zur Gleichstellung sein.
Emotionale Zerrissenheit der Mütter
Blankenberg fügt hinzu, dass viele Mütter sich ständig zwischen dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und der Verantwortung als Mutter zerrissen fühlen. Diese innere Zerrissenheit ist eine Folge ungleicher gesellschaftlicher Erwartungen. „Wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft, in der der Wert eines Menschen stark von seinen Beiträgen abhängt. Feminismus bedeutet, frei entscheiden zu können, ohne verurteilt zu werden“, so Blankenberg.
Die Diskussion verdeutlicht die emotionale Belastung, die Frauen im Spannungsfeld zwischen Selbstverwirklichung und Fürsorgearbeit erleben. Klum und ihre Gäste fordern eine Neudefinition von Rollenbildern und die Stärkung von männlichen Vorbildern in der Elternzeit.
Anerkennung der Care-Arbeit
Runge und Blankenberg heben hervor, dass Care-Arbeit als gesellschaftlich wertvolle Leistung anerkannt werden muss. „Sie kostet Zeit, emotionale Energie und finanzielle Stabilität – und verdient dieselbe Wertschätzung wie berufliche Arbeit“, stellt Runge fest. Zudem erinnert sie an die wirtschaftlichen Folgen für Eltern, die während der Elternzeit keine Rentenbeiträge leisten.
Die Expertinnen fordern ein Umdenken in den gesellschaftlichen Strukturen und legen nahe, dass eine partnerschaftliche Aufteilung sowohl rechtlich als auch emotional tragfähig sein muss. Klum appelliert zum Abschluss: „Wenn ihr denkt, Care-Arbeit und Karriere ist ein Stretch – dann habt ihr recht. Aber es ist machbar, wenn man seine Rechte kennt und als Partnerteam zusammenhält.“
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Der Aptacare Deeptalk bietet seit Februar 2025 eine aufklärende Plattform für werdende Eltern, Familien und Fachpersonal. Die nächste Folge „Care & Karriere“ erscheint am 04.12.2025 und wird auf YouTube verfügbar sein. Für Bürgerinnen und Bürger in Frankfurt stellt diese Diskussion eine wertvolle Reflexion dar über die Herausforderungen, die sich bei der Vereinbarkeit von Fürsorgearbeit und beruflicher Selbstverwirklichung ergeben. In einer Zeit, in der Gleichstellung und Familienfragen mehr denn je im Fokus stehen, zeigt der Talk auf, wie wichtig es ist, bewusste Entscheidungen zu treffen und rechtliche Kenntnisse zu erlangen, um Care-Arbeit und Karriere wirksam zu verbinden.
