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Ausbildungsmarkt Deutschland: DIHK fordert entschiedeneres Vorgehen bei Passungsproblemen

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Berlin. Die heute veröffentlichten Ausbildungszahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung zeigen erneut einen Rückgang der abgeschlossenen Ausbildungsverträge. DIHK-Ausbildungsexperte Nico Schönefeldt warnt, dass die bestehenden Passungsprobleme beim Ausbildungsmarkt dringender angegangen werden müssen, um Betriebe und Jugendliche wirksamer zusammenzubringen.

Schönefeldt betont, dass viele Unternehmen trotz angespannter Wirtschaftslage weiterhin ausbilden möchten, jedoch häufig keine passenden Bewerbungen erhalten. Bleiben Betriebe dauerhaft ohne Nachwuchs, drohen sie als Ausbildungsstandorte verloren zu gehen. Die Bundesagentur für Arbeit meldete auch nach dem Ausbildungsstart mehr unbesetzte Ausbildungsplätze als fest entschlossene Bewerberinnen und Bewerber. Es gebe somit keinen generellen Platzmangel, vielmehr passe Angebot und Nachfrage in vielen Regionen und Berufsbildern nicht zusammen.

Mismatch abbauen: Passungsprobleme beim Ausbildungsmarkt im Fokus

Die Gründe für diese Passungsprobleme sind vielschichtig. Laut Schönefeldt fehlt in manchen Regionen der gewünschte Ausbildungsberuf, oder Qualifikationen und Erwartungen passen nicht zu den Anforderungen im Betrieb. Hinzu kommt, dass Wunschvorstellungen junger Menschen nicht immer der Berufspraxis entsprechen.

Um das Matching zu verbessern, verweist Schönefeldt auf Maßnahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung. Ein zentraler Ansatz sei eine stärkere, praxisorientierte Berufsorientierung an allen Schulformen. Als erfolgreich hebt er den Peer-to-Peer-Ansatz der Ausbildungsbotschafter hervor, bei dem Auszubildende authentisch in Schulen über ihren Beruf informieren. Ziel sei es, Jugendliche frühzeitig und frei von Klischees bei der Wahl einer Ausbildung zu unterstützen.

Für die Regionen bedeutet der Fokus auf die Passungsprobleme beim Ausbildungsmarkt, dass Schulen, Unternehmen und Kammern weiter eng zusammenarbeiten müssen, um jungen Menschen realistische Einblicke zu geben und Betrieben Zugang zu motivierten Nachwuchskräften zu ermöglichen.

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