Erfahrener Jurist kehrt nach Lüneburg zurück
Am 11. Dezember 2025 erhielt Sven-Marcus Süllow aus den Händen von Dr. Frank-Thomas Hett, Präsident des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts, seine Ernennungsurkunde zum Vorsitzenden Richter am Oberverwaltungsgericht. Für den 50-jährigen Juristen bedeutet dieser Schritt eine Rückkehr an eine ihm vertraute Wirkungsstätte, denn bereits von 2007 bis 2013 war er als Richter am Oberverwaltungsgericht in Lüneburg tätig. Mit der Ernennung übernimmt Süllow den Vorsitz des 10. Senats, der für anspruchsvolle Rechtsgebiete wie Kommunal-, Subventions- und Landwirtschaftsrecht zuständig ist. Darüber hinaus befasst sich der Senat mit Streitigkeiten im Rahmen von Asylverfahren europäischer Staatsangehöriger sowie mit Dublin-Verfahren, die die Zuständigkeit für Asylanträge innerhalb der EU regeln.
Vom Verwaltungsdienst zur Richterbank
Der berufliche Werdegang von Sven-Marcus Süllow zeichnet sich durch eine fundierte juristische Ausbildung und vielfältige Stationen in der Verwaltungsgerichtsbarkeit aus. Nach einer Ausbildung für den gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst bei der Stadt Barsinghausen studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Hannover und absolvierte sein Referendariat im Oberlandesgerichtsbezirk Celle. Im Juni 2001 begann seine richterliche Laufbahn als Richter auf Probe am Verwaltungsgericht Stade. Bereits zwei Jahre später wechselte er an das Verwaltungsgericht Hannover, wo er 2004 zum Richter am Verwaltungsgericht ernannt wurde.
Von 2004 bis 2007 sammelte Süllow wichtige Erfahrungen während einer dreijährigen Abordnung an das Niedersächsische Justizministerium. Es folgte eine Abordnung an das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht, die Ende 2007 in seine Ernennung zum Richter am Oberverwaltungsgericht mündete. In dieser Funktion arbeitete er im 13., 17. und 18. Senat und erwarb sich fundierte Kenntnisse in unterschiedlichen Rechtsgebieten.
Bewährter Kammervorsitzender kehrt zurück
Im November 2013 wechselte Süllow als Vorsitzender Richter zurück an das Verwaltungsgericht Hannover. Dort leitete er bis heute die 1., 16. und 17. Kammer und bewies in dieser Position sein juristisches Geschick sowie seine Führungskompetenz. Ein besonderer Meilenstein in seiner Karriere war die Wahl zum Richter am Bundesverwaltungsgericht im Jahr 2021, die höchste Auszeichnung für einen Verwaltungsrichter. Aus persönlichen Gründen trat Süllow die Stelle allerdings nicht an und blieb dem niedersächsischen Verwaltungsgericht treu.
Mit seiner nun erfolgten Rückkehr nach Lüneburg bringt der neue Senatsvorsitzende mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Verwaltungsgerichtsbarkeit mit. Seine Expertise in den komplexen Rechtsgebieten des 10. Senats sowie seine bereits vorhandene Kenntnis der Arbeitsweise des Oberverwaltungsgerichts werden ihm bei der Leitung des Senats zugutekommen. Die Ernennung unterstreicht zudem die Bedeutung, die das Land Niedersachsen der qualifizierten Besetzung richterlicher Spitzenpositionen beimisst.
