Klärschlamm als Dünger 2024 gesunken

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Wiesbaden. Der Einsatz von Klärschlamm als Dünger in Deutschland ist rückläufig. Im Jahr 2024 wurden von kommunalen Kläranlagen insgesamt 1,67 Millionen Tonnen Klärschlamm entsorgt, von denen lediglich 12 % als Dünger in der Landwirtschaft verwendet wurden. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, denn vor rund 15 Jahren lag der Anteil noch bei 30 %.

Klärschlamm: Neues aus Deutschland

Die Veränderungen im Umgang mit Klärschlamm haben verschiedene Ursachen. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) wurde im Jahr 2024 der Anteil des thermisch verwerteten Klärschlamms auf insgesamt 82 % angehoben. Damit sind rund 1,37 Millionen Tonnen Klärschlamm verbrannt worden und dienen nun unter anderem der Energie- und Wärmeerzeugung. Für andere Entsorgungswege verbleiben lediglich 5 % (80.000 Tonnen), während nur 1 % des Klärschlamms (13.000 Tonnen) im Landschaftsbau Verwendung findet.

In den letzten Jahren war die Klärschlammproduktion rückläufig, doch 2024 verzeichnete Deutschland einen Anstieg von 2 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies entspricht dem Klärschlammaufkommen einer ganzen Millionenstadt. Die steigende Tendenz könnte auf eine höhere Bevölkerungszahl oder veränderte Abwassermengen zurückzuführen sein.

Entwicklung der Klärschlammverwertung

Die Klärschlammverordnung von 2017 hat die Richtlinien für die Verwendung von Klärschlamm in der Landwirtschaft verschärft. Als Reaktion darauf ist der thermische Einsatz angestiegen, was auch dazu beiträgt, Schadstoffe im Boden zu vermeiden. Besonders hervorzuheben ist die Monoverbrennung: Unter diesem Verfahren wurden 2024 732.000 Tonnen Klärschlamm verbrannt, was 44 % der Gesamtmenge an entsorgtem Klärschlamm entspricht. Dies stellt eine Steigerung um 4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr dar.

Die effizienteste Rückgewinnung von Phosphor erfolgt laut derzeitigem Stand der Technik über diese Monoverbrennungsverfahren. Dies wurde als wichtig erachtet, da ab 2029 die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm verpflichtend wird.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Der Rückgang des Einsatzes von Klärschlamm als Dünger hat weitreichende Folgen für die Landwirtschaft und das Umweltmanagement in der Region. Während die Verbrennung von Klärschlamm in der Energieproduktion einen Beitrag zur Ressourcennutzung leistet, könnte die reduzierte Nutzung als Dünger die Bodenqualität und Nährstoffversorgung in der Landwirtschaft negativ beeinflussen.

Darüber hinaus könnte die künftige Verpflichtung zur Phosphorrückgewinnung neue Möglichkeiten zur Wiederverwertung Ressourcen eröffnen. Es bleibt abzuwarten, wie die Regionalpolitik und die landwirtschaftlichen Betriebe auf diese Entwicklungen reagieren und welche Maßnahmen zur Sicherung der Nährstoffversorgung auf den Böden ergriffen werden.

Der Einsatz von Klärschlamm als Dünger wird weiterhin ein relevantes Thema sein, das sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte miteinander verbindet.

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