401 IHK Vollversammlung

IHK Osnabrück Wirtschaft startet 2026 mit KI-Weiterbildung, Tourismusappell und Gründerangeboten

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Osnabrück. Mit mehreren Initiativen stärkt die IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim zum Jahresbeginn 2026 die regionale Wirtschaft. Im Mittelpunkt stehen das neue Weiterbildungsprogramm mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz, ein deutlicher Appell des Tourismusausschusses an die Politik sowie Beratungsangebote für Existenzgründer. Die IHK Osnabrück Wirtschaft setzt damit wichtige Akzente für Qualifizierung, Entlastung und Standortentwicklung.

Zum ersten Halbjahr 2026 legt die IHK ein Weiterbildungsprogramm vor, das besonders den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen adressiert. Laut Juliane Hünefeld-Linkermann, Geschäftsbereichsleiterin Aus- und Weiterbildung, benötigen viele Betriebe konkrete Hilfestellungen, um KI sinnvoll einsetzen zu können. Das Programm umfasst Trainings zu KI-Assistenten, Automatisierungen und generativen Systemen für Bild, Audio und Video. Ergänzend gibt es Angebote zur Prüfungsvorbereitung für Auszubildende, Ladendiebstahlprävention und Business-Storytelling. Das vollständige Programm ist online abrufbar.

Tourismuswirtschaft fordert Entlastung und mehr Anerkennung

Der IHK-Fachausschuss Tourismus fordert angesichts zunehmender Belastungen mehr unternehmerische Freiheit und weniger Bürokratie. Ausschussvorsitzender Wolfgang Hackmann betonte, dass Dokumentationspflichten wie Hygienevorschriften oder Arbeitszeitregelungen gezielt vereinfacht werden müssten. Niedersachsen zählt mit über 46 Millionen Übernachtungen zu den wichtigsten Urlaubszielen Deutschlands, die Branche sichert rund 330.000 Arbeitsplätze. Die Betriebe bräuchten Planungssicherheit und geringere Kosten, um leistungsfähig zu bleiben.

Auf europäischer Ebene informierte DIHK-Experte Jonas Wöll über Entwicklungen bei der Pauschalreiserichtlinie. Die Neufassung enthalte klarere Begriffsdefinitionen, Regelungen zu Stornierungen und nachhaltigen Tourismusstrategien. Die formelle Annahme durch Parlament und Rat wird Anfang 2026 erwartet.

IHK-Vollversammlung: Bürokratieabbau dringend erforderlich

In Wietmarschen befasste sich die IHK-Vollversammlung ebenfalls mit der wirtschaftlichen Lage. IHK-Präsident Uwe Goebel hob die Bedeutung des neuen niedersächsischen Azubi-Tickets hervor, betonte jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit weitergehender Entlastungen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant-Hendrik Tonne kündigte in seinem Gastbeitrag Schritte wie ein Dokumentations-Moratorium und Investitionen in Verkehrsinfrastruktur, unter anderem in die E233, an.

Die IHK stellte Ergebnisse ihrer Umfrage vor: 90 Prozent der Betriebe klagen über steigende Bürokratie, 57 Prozent würden unter heutigen Bedingungen kein Unternehmen mehr gründen. Zu den größten Belastungen zählen Datenschutzpflichten, statistische Meldungen und Nachhaltigkeitsberichte. Die Vollversammlung verabschiedete das Positionspapier „Einfacher, schneller, digitaler“, das unter anderem die konsequente Umsetzung des Once-only-Prinzips fordert.

Gründerberatung: Steuer- und Seniorsprechtage im Januar

Für Existenzgründer bietet die IHK zwei kostenfreie Beratungstage an. Am 8. Januar 2026 findet ein Steuerberatersprechtag statt, bei dem Fragen zu Rechtsformen, Steuerarten und Betriebsprüfungen geklärt werden können. Am 6. Januar beraten zudem IHK-Seniorexperten, ein Team ehemaliger Fach- und Führungskräfte, zu Themen der Gründung und Betriebsübergabe. Beide Angebote erfordern eine vorherige Anmeldung und beinhalten ein erstattbares Pfandgeld von 25 Euro.

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