Berlin. Die Deutsche Industrie und Handelskammer hat ein neues Positionspapier veröffentlicht, das Strategien zur Stärkung der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen beschreibt. Unter dem Titel Herausforderungen begegnen – transatlantischen Handel stärken reagiert die DIHK auf die wachsenden Belastungen, die die US-Handelspolitik für deutsche Unternehmen mit sich bringt.
Die amerikanischen Hochzölle und zusätzlichen Handelshemmnisse verunsichern exportorientierte Firmen und belasten Investitionsentscheidungen. Gleichzeitig rütteln die Maßnahmen am regelbasierten Welthandelssystem und beeinträchtigen globale Lieferketten. Das betrifft viele Branchen, etwa den Maschinenbau, die Automobilindustrie und industrielle Zulieferer.
DIHK fordert klare Leitlinien, um transatlantischen Handel zu stärken
Außenwirtschaftschef Volker Treier betont, dass die USA trotz aller Herausforderungen Deutschlands wichtigster Exportmarkt bleiben. Die Hochzollpolitik treffe die Wirtschaft jedoch empfindlich und schaffe Rechtsunsicherheit. Teils sehr hohe Zölle und zusätzliche Vorgaben führten zu erheblichem bürokratischem Aufwand und erschwerten Investitionen auf beiden Seiten des Atlantiks.
Für die Unternehmen sei daher entscheidend, dass die EU und die Bundesregierung mit klaren Positionen in die handelspolitischen Gespräche gehen. Treier fordert verlässliche Rahmenbedingungen, eine Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit und eine klare Zurückweisung wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen. Wichtig sei eine starke Europäische Union, die Abhängigkeiten reduziere und ihre Souveränität in Handelsfragen ausbaue.
Abhängigkeiten verringern, Handelshemmnisse abbauen
In ihrem Positionspapier formuliert die DIHK Leitlinien, die sich an den Anforderungen der exportstarken deutschen Wirtschaft orientieren. Dazu gehören der Abbau von Zöllen, das Beseitigen unnötiger Handelshemmnisse sowie der Ausbau der Zusammenarbeit mit einzelnen US-Bundesstaaten. Die im Sommer erzielte Einigung im Zollstreit schaffe zwar etwas Entlastung, biete aber nur begrenzte Planungssicherheit.
Treier betont, dass die Unternehmen Planungssicherheit statt „Zollchaos“ bräuchten. Nur dann seien Investitionen und verlässliche Lieferketten möglich. Die DIHK sieht zudem großes Potenzial für vertiefte Kooperationen im Bereich Klimatechnologien, Digitalisierung, Energie sowie Forschung und Entwicklung.
Weitere Informationen zur Position der DIHK sind online unter www.dihk.de abrufbar. Eine thematisch passende Einordnung zu wirtschaftspolitischen Entwicklungen finden Leserinnen und Leser auf regionalupdate.de in der Rubrik Politik.
Die Debatte zeigt, wie wichtig es für deutsche Unternehmen ist, die transatlantischen Handel stärken zu können und gleichzeitig die europäische Handlungsfähigkeit zu sichern.
