Hannover. Die Gender Pay Gap Niedersachsen 2025 fällt nach aktuellen Daten des Landesamts für Statistik weiterhin deutlich aus. Frauen verdienen im Schnitt 16 Prozent weniger als Männer. Der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen macht dafür vor allem traditionelle Rollenbilder und strukturelle Lücken im Sozialstaat verantwortlich.
Laut VdK-Landesfrauenvertreterin Gunda Menkens verlaufen die Einkommen bis etwa zum 25. Lebensjahr nahezu gleich. Danach öffnet sich die Schere jedoch stark. Sobald Kinder oder pflegebedürftige Angehörige ins Spiel kommen, reduzieren vor allem Frauen ihre Arbeitszeit und übernehmen unbezahlte Sorgearbeit. Diese Strukturen seien gesellschaftlich verankert und von staatlichen Rahmenbedingungen geprägt, erklärt Menkens. Mütter mit Kindern unter drei Jahren arbeiten zu 73 Prozent in Teilzeit, bei Vätern sind es lediglich 8 Prozent. Die fehlende Anerkennung und Absicherung dieser Care-Arbeit führe später direkt in die Rentenlücke, die das Risiko von Altersarmut erheblich steigert.
VdK fordert bessere Betreuung und gerechtere Aufteilung von Sorgearbeit
Um die Gender Pay Gap Niedersachsen 2025 langfristig zu verringern, fordert der VdK verlässliche Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen, mehr Tagespflegeplätze sowie Strukturen, die Müttern und Vätern eine gleichberechtigte Aufteilung der Sorgearbeit ermöglichen. Dazu gehörten eine familienfreundliche Unternehmenskultur und ein Elterngeldmodell, das gemeinsame Verantwortung fördert anstatt Rollenbilder zu festigen. Weitere Themen aus der Region finden Interessierte auf regionalupdate.de unter Niedersachsen-Bremen.
Die Analyse des VdK zeigt, wie stark die Gender Pay Gap Niedersachsen 2025 mit gesellschaftlichen Erwartungen und fehlender Infrastruktur verknüpft ist. Wer Sorgearbeit übernimmt, tut dies oft im Sinne des Systems, trägt aber selbst langfristig das finanzielle Risiko.
