Berlin. Kurz nach Weihnachten erreicht der Onlinehandel traditionell seine Hochphase der Rücksendungen. 2025 steuert Deutschland laut Schätzungen der Universität Bamberg auf rund 550 Millionen Retouren zu und damit auf einen neuen Rekordwert. Weniger sichtbar, aber zunehmend problematisch ist der Missbrauch des Widerrufsrechts sowie gezielter Retourenbetrug, der Händler erheblich belastet. Die WebID Group erläutert, welche technologischen Maßnahmen Unternehmen ergreifen können.
Rücksendungen steigen weiter – Ausnutzung des Widerrufsrechts nimmt zu
Jede Rücksendung verursacht Transportwege, Verpackungsmüll und zusätzliche Kosten. Doch laut Studien geht es längst nicht nur um Fehlkäufe. Rund 17,8 Prozent der Befragten gaben an, das Widerrufsrecht bewusst auszureizen, etwa indem Kleidung für besondere Anlässe genutzt und danach zurückgeschickt wird. Besonders stark betroffen ist die Modebranche, gefolgt von Freizeit- und Elektronikanbietern. Der gewichtete Missbrauchsanteil an allen Retouren liegt bei 3,6 Prozent.
Neben solchen Graubereichen gibt es klar kriminelle Betrugsfälle, darunter die Rückgabe gestohlener oder gefälschter Ware, Erstattungsbetrug oder der Einsatz gestohlener Zahlungsmittel. Branchenkenner ordnen Rückgabemissbrauch inzwischen zu den häufigsten Betrugsformen im Onlinehandel ein. Verlässliche Zahlen fehlen jedoch, da viele Unternehmen ihre Schäden nicht publik machen.
Was Händler tun können: Datenanalyse und digitale Identifikation
Da strengere Rückgaberichtlinien das Vertrauen ehrlicher Kundinnen und Kunden beeinträchtigen können, setzen immer mehr Unternehmen auf digitale Lösungen. Durch datenbasierte Analysen lassen sich Auffälligkeiten erkennen, etwa ungewöhnlich hohe Retourenquoten oder Abweichungen zwischen Zahlungs- und Lieferdaten.
Moderne Betrugspräventionssoftware sowie Identitätsprüfungen helfen insbesondere im hochpreisigen Segment, Risiken frühzeitig zu minimieren. Frank S. Jorga, Founder und Co-CEO der WebID Group, betont: „Für Online-Shops ist es heute unverzichtbar, sich über aktuelle Trends im Betrugskontext zu informieren und mit neuen Technologien differenziert zu reagieren.“ Händler sollten dabei transparent kommunizieren und verhältnismäßig handeln, um die Kundenbindung nicht zu gefährden.
Die WebID Group zählt zu den etablierten Anbietern digitaler Identifikationsverfahren und arbeitet mit Unternehmen aus Bereichen wie Banking, Finance und E-Commerce zusammen.
