Korea. Forschende des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) haben eine neue flüssigmetalltinte radar tarnung entwickelt, die flexible Metamaterial-Absorber ermöglicht. Diese druckbare Tinte kann elektromagnetische Wellen im Radarbereich aufnehmen und bietet mechanisch veränderbare Tarnwirkungen auf unterschiedlichen Oberflächen.
Radar-Tarnung neu gedacht
Metamaterialien für die Wellenkontrolle
Metamaterialien sind künstlich gefertigte Strukturen, deren Eigenschaften nicht von ihrer chemischen Zusammensetzung, sondern von der inneren Geometrie bestimmt werden. Sie können elektromagnetische Wellen lenken, absorbieren oder verzögern. Traditionelle Metamaterialien sind jedoch starr, nur in engen Frequenzbereichen wirksam und schwer herzustellen. Besonders die Tarnung im sichtbaren Licht ist bislang nicht möglich, da die benötigten Strukturen extrem fein sein müssen.
Flexible, druckbare Flüssigmetalltinte
Das Forschungsteam um Professor Hyoungsoo Kim entwickelte eine Tinte auf Basis einer bei Raumtemperatur flüssigen Galliumlegierung, die mit polymeren Bindemitteln eine druckfähige Composite-Tinte ergibt. Nach dem Auftragen vernetzt sich das Metall zu einem leitfähigen Gefüge, ohne dass Sinter- oder Härtungsschritte erforderlich sind. Die Struktur ist mechanisch flexibel, kann gedehnt werden und kehrt in den Ausgangszustand zurück, ohne elektrische Eigenschaften zu verlieren. Das Material haftet auf starren und elastischen Untergründen, auch auf Textilien.
Anpassbare Radar-Absorption durch Dehnung
Der auf der Flüssigmetalltinte basierende Metamaterial-Absorber nimmt elektromagnetische Wellen bei etwa 5,7 Gigahertz nahezu vollständig auf. Durch mechanische Dehnung lässt sich die innere Struktur verändern und damit die Absorptionsfrequenz verschieben. Das ermöglicht eine flexible Anpassung der Tarnwirkung auf unterschiedlichen Oberflächen und Geometrien und stellt eine signifikante Verbesserung gegenüber bisherigen Lösungen dar.
„Wir können funktionale Metamaterialien praktisch wie Farbe auftragen, ohne komplexe Produktionsprozesse“, sagte Professor Hyoungsoo Kim.
Die Stabilität des Materials wurde über Monate getestet und zeigte kaum Leistungsverlust. Die Wirkung beschränkt sich jedoch auf Radar- und Funkwellen; eine optische Tarnung im sichtbaren Bereich bleibt derzeit unpraktisch.
- Druckbare Composite-Tinte aus flüssigem Metall und polymeren Bindemitteln
- Mechanisch flexible und dehnbare Strukturen
- Effektive Absorption von Radarstrahlung rund um 5,7 GHz
- Anpassbare Frequenzabsorption durch Dehnung
- Haftung auf unterschiedlichsten Oberflächen von starr bis elastisch
Diese Innovation eröffnet neue Perspektiven für flexible Elektronik und Tarntechnologien.
Die Entwicklung der flüssigmetalltinte radar tarnung bietet für Anwendungen in Sicherheits- und Verteidigungsbereichen, aber auch in der Sensorik und Robotik Potenziale. Die einfache Verarbeitung und das flexible Material könnten zukünftige Technologien vereinfachen und vielseitiger machen.
Für weiterführende Informationen zu Metamaterialien und elektromagnetischer Wellenkontrolle verweisen wir auf regionalupdate.de sowie die Publikationen des KAIST und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB).
Die flüssigmetalltinte radar tarnung zeigt praktisch umsetzbare Wege, wie neuartige Materialien die Kontrolle von Radar- und Funkwellen mechanisch anpassbar und alltagstauglich machen können.

