Innsbruck. Das EU-Forschungsprojekt FishME untersuchte den Einfluss von Fischen auf Hochgebirgsseen und zeigte, wie solche Eingriffe durch Menschen die fragilen Ökosysteme nachhaltig verändern. Die Studie offenbart zudem ein weit verbreitetes Missverständnis über die Rolle von Fischen in diesen Gewässern, wobei die Fokus-Keyphrase Fische Hochgebirgsseen Einfluss im Zentrum der Forschung steht.
Fischbesatz erkennen – Fische Hochgebirgsseen Einfluss genau verstehen
Bedeutung der Hochgebirgsseen als Ökosysteme
Hochgebirgsseen gelten als empfindliche Indikatoren für Umweltveränderungen, da sie oft fernab von menschlichen Siedlungen liegen. Laut Ruben Sommaruga von der Universität Innsbruck liefern sie wichtige Hinweise auf globale Einflüsse wie den Klimawandel. Weil sie naturgemäß nährstoffarm und wenig produktiv sind, reagieren die Ökosysteme besonders sensibel auf Veränderungen.
Einfluss der eingeführten Fische auf das Ökosystem
Das FishME-Team zeigte, dass das Aussetzen von Fischen, darunter atlantische Forellen und invasive Arten wie Elritzen, das Gleichgewicht der Seen beeinträchtigt. Die Fische ernähren sich vor allem von Bodenorganismen und tierischem Plankton, was die Nahrungsgrundlage für andere Tiere wie Vögel oder Reptilien verringert. Zudem führt der Fischbesatz zu einer stärkeren Verbreitung von pflanzlichem Plankton, was Sauerstoffmangel und erhöhte Nährstoffgehalte begünstigt.

Ausmaß des Fischbesatzes in den Alpen
Untersucht wurden über 100 Seen in Österreich, Italien und Frankreich. In 54 Fällen wurden Fische nachgewiesen, obwohl viele Gewässer in Schutzgebieten liegen. Die Belastung durch Fische wird durch historische Praxis wie das Einsetzen von Donaufischen im 15. Jahrhundert sowie aktuelle Freisetzungen für Sport- und Wirtschaftszwecke verursacht.
Auswirkungen auf Artenvielfalt und Gesunderhaltung der Fische
In kargen Hochgebirgsseen sind Bedingungen für Fische suboptimal, wodurch sie sich schlechter ernähren und fortpflanzen können. Beobachtet wurden deformierte Fische und Kannibalismus unter den Populationen. Besonders invasive kleine Arten, die wie Elritzen große Mengen Plankton fressen, führen zu einem Rückgang einheimischer Arten und verschlechtern die Wasserqualität stärker als Forellen.
„Es ist sehr wichtig, dass in den Köpfen der Menschen ankommt, dass Fische nicht in Hochgebirgsseen gehören“, betont Ruben Sommaruga.
Maßnahmen zur Fischentfernung und Ökosystemerholung
Das Projekt FishME hat Methoden erprobt, um Fische aus Hochgebirgsseen zu fangen und deren Einfluss zu verringern. Im Timmelsjochsee konnten so innerhalb eines Jahres 13 Forellen entfernt werden. Die biologische Gemeinschaft erholte sich sichtbar, was auf die Widerstandsfähigkeit dieser Lebensräume hinweist. Der daraus entwickelte Werkzeugkasten unterstützt Behörden und Naturschützer bei evidenzbasierten Managemententscheidungen.
Bedeutung für den Naturschutz und die Gesellschaft
Für Menschen in Gebirgsregionen und Besucher bedeutet die Forschung, dass sie bewusster mit dem Thema Fischbesatz umgehen sollten. Wissenslücken und gesellschaftlicher Widerstand gegen Fischentnahmen erschweren derzeit den Schutz der Seen. Das Projekt FishME liefert jedoch klare Handlungsempfehlungen, um negative Einflüsse durch Fische auf Hochgebirgsseen zu verringern und so die Funktion dieser Ökosysteme als sensible Umweltanzeigen zu erhalten. Weitere Informationen zur Forschung und zum Schutz alpiner Gewässer bietet das Forschungsprojekt FishME auf der offiziellen Seite der EU-Kommission. Mehr zur Bedeutung von Gewässerschutz in der Region lesen Sie bei regionalupdate.de.
Die Ergebnisse unterstreichen, wie wesentlich die Reduktion des Fischbesatzes für die Erhaltung der Bergseen ist und wie wichtig es ist, den Einfluss auf die empfindlichen Ökosysteme genau zu verstehen. Nur so kann der Schutz hochgebirgiger Lebensräume wirksam gewährleistet werden.