Osnabrück. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert mit dem Projekt „Baltic Sea Ranger Ostsee“ die Fortbildung von Fischern in Estland, Lettland und Litauen. Ziel ist der Schutz der Kleinen Küstenfischerei und die ökologische Sanierung der Ostsee, die durch diverse Belastungen stark gefährdet ist.
Neue Perspektiven Meer: Baltic Sea Ranger Ostsee
Förderung nachhaltiger Küstenfischerei in der Ostsee
Das Projekt „Baltic Sea Ranger Ostsee“ baut auf dem Ansatz der Sea Ranger aus Mecklenburg-Vorpommern auf. Dort haben Fischer erfolgreich eine Fortbildung zum Fachwirt für Fischerei und Meeresumwelt entwickelt, um traditionelle Fischerei mit Umweltschutz zu verbinden. Dabei steht die Kleinfischerei im Fokus, die durch Überalterung und wirtschaftliche Schwierigkeiten bedroht ist. Die Ausbildung ist staatlich geregelt und vermittelt neben Fangtechniken auch Fähigkeiten zur wissenschaftlichen Datenerhebung.
Schutzmaßnahmen und Datenerfassung im Küstenmeer
Die Baltic Sea Ranger sollen vor allem an der Datenerfassung in Küstengewässern mitwirken. Hier bestehen erhebliche Informationslücken, etwa zu toxischen Algenblüten oder Wanderbewegungen von Fischbeständen. Sie sammeln hydrographische Messdaten und unterstützen Forschungsinstitute sowie Behörden. Zudem können sie durch Monitoring die Auswirkungen von Nährstoffeinträgen, Erwärmung und Schadstoffen auf die Meeresökosysteme dokumentieren.
Einbindung lokaler Akteure in Estland, Lettland und Litauen
Die Projektleitung bei der Stiftung Baltic Sea Conservation Foundation legt Wert darauf, die Idee nicht einfach zu übertragen, sondern lokal anzupassen. In allen drei baltischen Staaten werden Workshops mit Fischern und weiteren Interessengruppen wie Ministerien, Naturschutzorganisationen und dem Tourismus durchgeführt. So soll ein maßgeschneidertes Sea Ranger-Konzept entstehen, das den spezifischen Herausforderungen gerecht wird.
Ökologische Bedeutung und Herausforderungen der Ostsee
Die Ostsee ist laut Projektleitung stark durch Umweltprobleme belastet. Große Flächen, größer als Irland, weisen Sauerstoffmangel auf, sogenannte Todeszonen. Außerdem dauert der Wasseraustausch mit dem Atlantik bis zu 40 Jahre, was die Schadstoffbelastung verschärft. Mit den Baltic Sea Rangern sollen Kenntnisse und Verantwortung für diesen sensiblen Lebensraum gestärkt werden. Das Modell soll zudem auf weitere Anrainerstaaten übertragbar sein.
Beispiel: Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die Ostsee-Region und geplante Entwicklungen
Das Baltic Sea Ranger Ostsee-Projekt bietet regionale Chancen für die Küstenfischerei. Durch die Fortbildung eröffnen sich neue Berufsperspektiven und Einkommensquellen für Fischereiakteure. Die Mitwirkung bei wissenschaftlichen Untersuchungen verbessert die Datenlage zur Ostsee, was Grundlage für effektivere Schutzmaßnahmen ist. Die Einbindung unterschiedlichster lokaler Akteure stärkt die Zusammenarbeit vor Ort und unterstützt nachhaltige Entwicklungen in den Küstenregionen von Estland, Lettland und Litauen. Geplant sind weitere Workshops und eine Ausweitung des Konzepts auf weitere Ostsee-Anrainerstaaten.
Mehr Informationen zur Kleinen Küstenfischerei finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der Webseite der Deutschen Bundesstiftung Umwelt Kleine Küstenfischerei.
Weitere Hintergrundinfos zur Ostsee bietet das Umweltportal der ARD Ostsee und Umweltprobleme.