Für Mensch und Meer: Die Fischereigenossenschaft Wismarbucht (Bild) hatte die Idee zur Gründung des Vereins Sea Ranger. Auf deren Erfahrungen fußt nun das internationale Förderprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) "Baltic Sea Ranger" in Estland, Lettland und Litauen mit dem Ziel, den Fischern als Dienstleister für Wissenschaft und Behörden zusätzliche Einnahmequellen zu verschaffen - und zugleich die Ostsee besser zu schützen. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/6908 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

„Baltic Sea Ranger“: DBU-Projekt für Fischer und Ostsee

Osnabrück. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert mit dem Projekt „Baltic Sea Ranger Ostsee“ die Fortbildung von Fischern in Estland, Lettland und Litauen. Ziel ist der Schutz der Kleinen Küstenfischerei und die ökologische Sanierung der Ostsee, die durch diverse Belastungen stark gefährdet ist.

Neue Perspektiven Meer: Baltic Sea Ranger Ostsee

Förderung nachhaltiger Küstenfischerei in der Ostsee

Das Projekt „Baltic Sea Ranger Ostsee“ baut auf dem Ansatz der Sea Ranger aus Mecklenburg-Vorpommern auf. Dort haben Fischer erfolgreich eine Fortbildung zum Fachwirt für Fischerei und Meeresumwelt entwickelt, um traditionelle Fischerei mit Umweltschutz zu verbinden. Dabei steht die Kleinfischerei im Fokus, die durch Überalterung und wirtschaftliche Schwierigkeiten bedroht ist. Die Ausbildung ist staatlich geregelt und vermittelt neben Fangtechniken auch Fähigkeiten zur wissenschaftlichen Datenerhebung.

Schutzmaßnahmen und Datenerfassung im Küstenmeer

Die Baltic Sea Ranger sollen vor allem an der Datenerfassung in Küstengewässern mitwirken. Hier bestehen erhebliche Informationslücken, etwa zu toxischen Algenblüten oder Wanderbewegungen von Fischbeständen. Sie sammeln hydrographische Messdaten und unterstützen Forschungsinstitute sowie Behörden. Zudem können sie durch Monitoring die Auswirkungen von Nährstoffeinträgen, Erwärmung und Schadstoffen auf die Meeresökosysteme dokumentieren.

Einbindung lokaler Akteure in Estland, Lettland und Litauen

Die Projektleitung bei der Stiftung Baltic Sea Conservation Foundation legt Wert darauf, die Idee nicht einfach zu übertragen, sondern lokal anzupassen. In allen drei baltischen Staaten werden Workshops mit Fischern und weiteren Interessengruppen wie Ministerien, Naturschutzorganisationen und dem Tourismus durchgeführt. So soll ein maßgeschneidertes Sea Ranger-Konzept entstehen, das den spezifischen Herausforderungen gerecht wird.

Ökologische Bedeutung und Herausforderungen der Ostsee

Die Ostsee ist laut Projektleitung stark durch Umweltprobleme belastet. Große Flächen, größer als Irland, weisen Sauerstoffmangel auf, sogenannte Todeszonen. Außerdem dauert der Wasseraustausch mit dem Atlantik bis zu 40 Jahre, was die Schadstoffbelastung verschärft. Mit den Baltic Sea Rangern sollen Kenntnisse und Verantwortung für diesen sensiblen Lebensraum gestärkt werden. Das Modell soll zudem auf weitere Anrainerstaaten übertragbar sein.

Beispiel: Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung für die Ostsee-Region und geplante Entwicklungen

Das Baltic Sea Ranger Ostsee-Projekt bietet regionale Chancen für die Küstenfischerei. Durch die Fortbildung eröffnen sich neue Berufsperspektiven und Einkommensquellen für Fischereiakteure. Die Mitwirkung bei wissenschaftlichen Untersuchungen verbessert die Datenlage zur Ostsee, was Grundlage für effektivere Schutzmaßnahmen ist. Die Einbindung unterschiedlichster lokaler Akteure stärkt die Zusammenarbeit vor Ort und unterstützt nachhaltige Entwicklungen in den Küstenregionen von Estland, Lettland und Litauen. Geplant sind weitere Workshops und eine Ausweitung des Konzepts auf weitere Ostsee-Anrainerstaaten.

Mehr Informationen zur Kleinen Küstenfischerei finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der Webseite der Deutschen Bundesstiftung Umwelt Kleine Küstenfischerei.
Weitere Hintergrundinfos zur Ostsee bietet das Umweltportal der ARD Ostsee und Umweltprobleme.

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