Kelkheim. Der Weltverfolgungsindex 2026 von Open Doors zeigt: Die Christenverfolgung weltweit 2026 erreicht einen neuen Höchststand. Rund 388 Millionen Christen leiden weltweit unter hohem bis extremem Verfolgungsdruck.
Globale Verfolgung steigt bei der Christenverfolgung weltweit 2026
Der Weltverfolgungsindex 2026 dokumentiert erstmals die größten Herausforderungen für Christen in verschiedenen Weltregionen. Nordkorea führt die Liste erneut an. Christen gelten dort als Staatsfeinde Nummer eins und sind massiver Repression ausgesetzt. Zehntausende sitzen in Arbeitslagern, wo sie Folter und Hinrichtungen drohen. Der christliche Glaube wird als Gefahr für das Regime betrachtet und systematisch unterdrückt.
Auch Syrien verzeichnet eine drastische Verschärfung der Lage. Mit einem Sprung von Platz 18 auf Platz 6 erlebt es die stärkste Verschlechterung im Index. Nach dem politischen Umbruch im Dezember 2024 konnten Hoffnungen auf mehr Sicherheit nicht erfüllt werden. Christen berichten von Einschüchterungen und öffentlichen Aufforderungen zur Konversion. Die Zahl der Christen im Land ist auf rund 300.000 geschrumpft, viele haben Syrien verlassen.
Regionale Brennpunkte in Subsahara-Afrika
Subsahara-Afrika ist ein weiterer Schwerpunkt der Verfolgung. 14 Länder dieser Region sind im Index vertreten. Schwache staatliche Strukturen schaffen ein Machtvakuum, von dem islamistische Gruppen profitieren. Besonders im Sudan führt der anhaltende Bürgerkrieg zu 9,6 Millionen Flüchtlingen. Nigeria bleibt das tödlichste Land für Christen: 3.490 von 4.849 weltweit dokumentierten christenfeindlichen Gewalttaten fanden dort statt.
Formen der Verfolgung abseits von Gewalt
Der Weltverfolgungsindex weist darauf hin, dass Verfolgung nicht nur durch offene Gewalt erfolgt. In Algerien etwa wurden alle protestantischen Kirchen geschlossen, christliche Aktivitäten werden weiterhin überwacht und unterbunden. Drei Viertel der Christen haben inzwischen den Kontakt zu Gemeinden verloren.
In China verschärfen neue Vorschriften die staatliche Kontrolle über kirchliche Online-Aktivitäten. Gottesdienste, Jugendarbeit und Spendenaktionen außerhalb staatlicher Aufsicht sind verboten. Viele Gemeinden weichen deswegen in den Untergrund aus.
„Hinter jeder Zahl des Weltverfolgungsindex stehen Menschen, die wegen ihres Glaubens leiden“, sagte Markus Rode, Geschäftsführer von Open Doors Deutschland. „Diese Rangliste ist ein Hilferuf. Handeln bedeutet, jetzt konkret helfen, Fürsprache leisten und Schutz einfordern; besonders für Christen in Subsahara-Afrika, für die wir eine weltweite Hilfskampagne gestartet haben. Für die Betroffenen wäre das ein starkes Zeichen der Hoffnung.“
Für weitere Informationen zur Entwicklung der Religionsfreiheit weltweit lesen Sie auch bei Open Doors nach. Eine allgemeine Übersicht zur Lage der Religionsfreiheit bietet das Internationale Institut für Religionsfreiheit.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und Ausblick
Die dokumentierte Zunahme der Christenverfolgung weltweit 2026 hat auch Auswirkungen auf Deutschland und die Region Rhein-Main. Die internationale Lage verdeutlicht den Bedarf für humanitäre Hilfe und verstärkte politische Unterstützung für Betroffene. Organisationen wie Open Doors engagieren sich seit Jahrzehnten für verfolgte Christen und informieren die Öffentlichkeit.
Für die Bürgerinnen und Bürger ergibt sich daraus die Möglichkeit, auf politischer und gesellschaftlicher Ebene Sensibilität für das Thema zu schaffen und humanitäres Engagement zu fördern. Zukünftig sind weitere Berichte zum Verlauf der Verfolgung sowie begleitende Hilfsaktionen geplant.
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