Meppen. Der Landkreis Emsland startet mit dem Projekt EmslandCare ein neues Beratungs- und Lotsenangebot in acht Kommunen, das die Hausärzte entlasten und Unterstützung für Bürgerinnen und Bürger vor Ort verbessern soll.
Jetzt EmslandCare starten: Unterstützung vor Ort zur Entlastung der Hausärzte
Das Projekt EmslandCare wurde auf Initiative der emsländischen Städte und Gemeinden entwickelt und hat zum Ziel, die Versorgung im Gesundheits- und Pflegebereich zu stärken. In mehreren Rathäusern entstehen Anlaufstellen mit geschulten Fachkräften, die Menschen mit psychosozialen, pflegerischen und ähnlichen Anliegen beraten. Dabei stehen eine niedrigschwellige Erreichbarkeit und kurze Wartezeiten im Vordergrund. So können Hausärzte entlastet werden, indem EmslandCare die Betreuung übernimmt, wenn es um nichtmedizinische Fragen geht.
Das Angebot wird zur Hälfte durch Mitarbeiter des Pflegestützpunkts Emsland und der genial eG besetzt, wobei die organisatorische Koordination der Landkreis übernimmt. Nach einem Förderbescheid der NBank über rund 586.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds Plus können die ersten Sprechzeiten bereits in den Kommunen Freren, Emsbüren, Spelle, Rhede, Lingen, Geeste, Twist und Haselünne angeboten werden. Weitere Kommunen folgen im Februar.
Fachkundige Beratung als entlastende Maßnahme
Die qualifizierten Fachkräfte von EmslandCare kommen aus den Bereichen Pflege, Sozialpädagogik und Psychologie. Sie bieten persönliche Beratung, helfen bei der Koordination von Hilfen und beantworten Fragen beispielsweise zu Demenz oder psychosozialen Belastungen. Medizinische Diagnosen oder Behandlungen sind nicht Bestandteil des Angebots.
„Dieses Projekt ist keine Sparmaßnahme, sondern dient dazu, das Leistungsangebot zu verbreitern und Menschen schneller zu helfen sowie Hausärzte zu entlasten“, erläuterte Wolfgang Hentrich, Vorstandsvorsitzender des Ärztenetzes genial eG.
Die Initiative baut auf bewährten Kooperationen auf, etwa zwischen dem Pflegestützpunkt Emsland und der genial eG. Gesundheitsdezernentin Dr. Sigrid Kraujuttis betont, dass durch die engere Verzahnung von medizinischer Versorgung, Pflege und psychosozialer Beratung alle Beteiligten profitieren können.
Umsetzungsschritte und Ausblick
Der Projektstart wurde mit den beteiligten Kommunen abgestimmt. Dabei klärte der Landkreis Fragen zu Räumen, Technik und Organisation der Sprechzeiten. Die Förderung von rund 40 Prozent der Gesamtkosten unterstützt die nachhaltige und kreisweite Etablierung von EmslandCare als festen Bestandteil der regionalen Versorgungslandschaft.
Für Bürgerinnen und Bürger im Emsland bedeutet das konkret eine verbesserte Anlaufmöglichkeit für vielfältige Unterstützungsfragen, die bisher oft den Hausarzt belasteten. Erste Sprechstunden sind seit Januar in acht Kommunen eingerichtet, weitere folgen im Februar.
Interessierte finden weitere Informationen zum Projekt auf der offiziellen Webseite des Landkreises Emsland EmslandCare – Landkreis Emsland sowie detaillierte Förderinformationen bei der NBank.
Bedeutung von EmslandCare für Bürger und Gesundheitsversorgung
Das Projekt EmslandCare Hausärzte Entlastung ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Gesundheits- und Pflegeberatung im Emsland. Für die Bevölkerung entstehen wohnortnahe und schnelle Beratungsangebote, die auch psychosoziale Unterstützungsbedarfe adressieren. Durch die Entlastung der Hausärzte kann die medizinische Versorgung fokussierter erfolgen, was langfristig die Versorgungsqualität steigert.
Zukünftig sind weitere Ausbaustufen geplant, um das Angebot kreisweit und dauerhaft zu verankern. Bürgerinnen und Bürger profitieren somit von einer umfassenderen und koordinierten Versorgung, die auf lokalen Bedarfen basiert und durch kooperative Strukturen getragen wird.
Mehr dazu im regionalupdate.de-Artikel über die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen im Emsland und Umgebung.
