Wuppertal. Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte um den Arbeitsschutz stehen weniger formale Vorschriften und mehr Verantwortung im Betrieb. Die Sicherheitsingenieure Stefan und Anna Ganzke von der WandelWerker Consulting GmbH betonen, dass wirksamer Arbeitsschutz durch klare Strukturen, gelebte Sicherheitskultur und die Einbindung der Beschäftigten entsteht.
Verantwortung statt Bürokratie beim Arbeitsschutz WandelWerker Consulting
Die Diskussion um den Bürokratieabbau im Arbeitsschutz wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiiert und verursacht Unsicherheit in vielen Betrieben. Gewerkschaften warnen vor einer Gefährdung der Sicherheit, während Verbände Einsparpotenziale sehen. Laut Stefan Ganzke, Geschäftsführer der WandelWerker Consulting GmbH, liegt der Erfolg von Arbeitsschutz nicht in der Anzahl der Vorschriften, sondern in der praktischen Umsetzung und der Bewertung von Risiken.
Praxisnahe Sicherheitskultur statt starrer Vorgaben
Anna Ganzke unterstreicht, dass effektiver Arbeitsschutz dort gelinge, wo Mitarbeitende Verantwortung übernehmen und Probleme offen ansprechen können. Die WandelWerker unterstützen Unternehmen europaweit darin, Gefahren zu erkennen und Arbeitsunfälle durch Weiterentwicklung der Sicherheitskultur zu reduzieren. Statt neuer Verordnungen stehen die Haltung der Beschäftigten, Kommunikation und organisationale Strukturen im Fokus.
Rolle der Sicherheitsbeauftragten kritisch betrachten
Das gängige Bild von Sicherheitsbeauftragten als unverzichtbare Instanz wird differenziert gesehen. Stefan Ganzke weist darauf hin, dass ihre Wirkung stark variiert und häufig nicht wie vorgesehen umgesetzt wird. Eine Umfrage der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung bestätigt, dass Sicherheitsbeauftragte oft zu spät oder selten über Gefahren informiert werden und teilweise nicht ausreichend fachlich eingebunden sind.
- 51,7 Prozent der Sicherheitsbeauftragten erfahren kaum Rückmeldungen zu Sicherheitsthemen.
- 42,9 Prozent verfügen nicht über ausreichendes Fachwissen für Maßnahmenvorschläge.
- 42,4 Prozent werden bei offiziellen Begehungen oft nicht berücksichtigt.
Stefan Ganzke betont, dass die Qualität der Sicherheitsbeauftragten und ihre tatsächliche Einbindung im Betrieb wichtiger seien als ihre Anzahl.
Beitrag zur Effizienzsteigerung durch Sicherheitsbeauftragte sei bisher wissenschaftlich nicht belastbar belegt, so Ganzke.
Qualität der Strukturen entscheidet über Sicherheit
Der Fokus sollte auf funktionierenden Strukturen liegen, die im Arbeitsalltag gelebt werden. Die WandelWerker sehen in der Gefährdungsbeurteilung ein zentrales Instrument, um Risiken realistisch zu erfassen und angemessene Maßnahmen abzuleiten. Das BMAS verfolgt mit dem Bürokratieabbau das Ziel, kleine und mittlere Unternehmen zu entlasten, ohne das Schutzniveau zu senken. Sicherheitsbeauftragte bleiben in risikoreichen Betrieben weiterhin verpflichtend.
„Entscheidend ist nicht die Zahl der Sicherheitsbeauftragten, sondern ihre Qualität und die Frage, wie gut sie eingebunden sind“, sagte Stefan Ganzke.
Führungskräfte spielen hier eine Schlüsselrolle, indem sie Sicherheitsprozesse fördern und Mitarbeitende ermutigen, Gefahren zu melden und Verantwortung zu übernehmen.
Bürokratische Vorgaben sind oft hausgemacht
Nicht alle als „bürokratisch“ empfundenen Regeln basieren auf gesetzlichen Vorgaben. Stefan Ganzke erläutert, dass viele Unternehmen zusätzliche interne Regelungen führen, um Rechtskonformität zu gewährleisten, etwa die Rolle des „Leiterbeauftragten“. Das BMAS-Konzept zielt darauf ab, solche Doppelstrukturen abzubauen und die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden zu stärken. So soll bei normalen Dienstwagen künftig die Sichtprüfung ausreichen, während bei größeren oder risikobehafteten Fahrzeugen weiterhin spezielle Prüfungen vorgeschrieben bleiben.
- Abbau von Doppelprüfungen bei Dienstwagen
- Erhalt höherer Prüfpflichten bei Nutzfahrzeugen und besonderen Einsatzfahrzeugen
Weniger Pflicht, mehr Kultur
Für WandelWerker Consulting ist klar: Weniger Bürokratie bedeutet nicht automatisch weniger Sicherheit. Vielmehr sollten Unternehmen den Arbeitsschutz als kulturelle Aufgabe verstehen und nicht als bloße Pflicht. Die Reform biete die Chance, veraltete Routinen zu hinterfragen und überflüssige Strukturen zu entfernen. Zugleich seien konsequentere Sanktionen bei Verstößen nötig, um schwarze Schafe auszuschließen.
Weitere Informationen zum Thema Arbeitsschutz finden Sie auch auf regionalupdate.de in unseren Artikeln zum Thema Arbeitssicherheit. Nähere Details zu gesetzlichen Vorgaben bietet die Seite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Arbeitsschutz WandelWerker Consulting: Bedeutung für Unternehmen und Beschäftigte in Wuppertal
Für Unternehmen in Wuppertal und der umliegenden Region bedeutet die aktuelle Debatte insbesondere eine Chance, den Arbeitsschutz an den tatsächlichen Bedürfnissen auszurichten. Weg von starrem Formalismus hin zu einer Sicherheitskultur, die Beschäftigte aktiv einbindet und die Gefährdungen realistisch bewertet. Praktisch heißt das für Betriebe:
- Stärkere Einbindung und Qualifikation von Sicherheitsbeauftragten
- Klare Verantwortlichkeiten für Führungskräfte
- Nutzung der Gefährdungsbeurteilung als Planungsgrundlage
- Abbau unnötiger interner Vorschriften und Doppelprüfungen
Damit soll nicht nur die Sicherheit der Beschäftigten verbessert werden, sondern auch die betriebliche Effizienz gesteigert.
Die WandelWerker Consulting GmbH aus Wuppertal bietet interessierten Unternehmen hierzu Beratung und Trainings an. Das Ziel ist, den Arbeitsschutz praxisnah und wirksam zu gestalten, ohne zusätzliche bürokratische Lasten zu schaffen. Unternehmerinnen und Unternehmer können über www.wandelwerker.com unkompliziert ein Informationsgespräch vereinbaren.
Mit der geplanten Neuregelung des Arbeitsschutzes wird mittelfristig erwartet, dass Betriebe in der Region von einer vereinfachten Verwaltung profitieren, ohne Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen. Dies entspricht auch dem Wunsch vieler Arbeitgeber und Beschäftigten nach mehr Klarheit und Verantwortung im Alltag.
