Hannover. Die Bundesregierung hat kurz vor Weihnachten einen Entwurf zur Änderung des Bundesjagd- und des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt, der erleichterte Entnahmen von Wölfen ermöglichen soll. Niedersachsen bereitet gemeinsam mit Verbänden einen Managementplan vor, um Weidetierhaltung und den Schutz des Wolfes im Rahmen des geplanten gesetz wolf niedersachsen in Einklang zu bringen.
Wolfsgesetz im Dialog
Gesetzesentwurf und offene Fragen
Der Entwurf zur Änderung des Bundesjagd- und Bundesnaturschutzgesetzes wird derzeit im Bundesrat behandelt. Niedersachsen hat hierzu mehrere Anträge eingebracht, um die Umsetzung in den Bundesländern praktikabel zu gestalten. Im Dialogforum „Weidetierhaltung und Wolf“ wurde deutlich, dass der Entwurf noch viele offene Fragen enthält, etwa zur konkreten Umsetzung der landesweiten Managementpläne sowie zum Verhältnis zum guten Erhaltungszustand des Wolfes in den biogeographischen Regionen. Der Wolf bleibt nach dem Entwurf weiterhin sowohl dem Jagd- als auch dem Artenschutzrecht unterworfen.
Vorbereitung eines niedersächsischen Managementplans
Trotz der offenen Fragen beginnt Niedersachsen mit der konkreten Vorbereitung eines regional differenzierten Managementplans. In der Arbeitsgruppe „Wolfsmanagement“ des Dialogforums sollen Kriterien erarbeitet werden, die den Schutz der Weidetierhaltung gewährleisten und zugleich den Artenschutz wahren. Das Land stellt klar, dass bestehende Förderungen zum Herdenschutz, wie Prämien an Deichen, nicht gekürzt werden sollen.
Aussagen der Minister
Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte betonte den konstruktiven Austausch im Dialogforum und hob hervor, dass die Bundesländer die Beratungen eng begleiten müssen. Sie begrüßt, dass der Bund Kritikpunkte Niedersachsens bereits aufgenommen hat, beispielsweise die Möglichkeit, den Radius um Rissgeschehen zu verkleinern, um Schnellabschüsse zu ermöglichen.
„Das war ein guter und konstruktiver Austausch im Dialogforum. Es wurde deutlich, dass wir ein gemeinsames Ziel haben: die Weidetierhaltung in Niedersachsen zu schützen“, sagte Miriam Staudte.
Umweltminister Christian Meyer unterstrich die Bedeutung des Herdenschutzes und die dauerhafte Präsenz des Wolfes in Niedersachsen. Er machte deutlich, dass der Schutzstatus des Wolfes bestehen bleibt und Entnahmen koordiniert, schnell und rechtssicher erfolgen müssen.
„Der Wolf wird nicht wieder ausgerottet, aber da wo es Probleme gibt, müssen wir schnell und geregelt handeln, ohne den Artenschutz zu gefährden“, erklärte Christian Meyer.
Konsequenzen für Niedersachsen und Weidetierhalter
Das geplante gesetz wolf niedersachsen stellt einen wichtigen Schritt dar, um Konflikte zwischen Wolfsschutz und Weidetierhaltung zu lösen. Die Landesregierung bereitet sich auf die Umsetzung vor, um die Praxisnähe und Effektivität eines Managementplans sicherzustellen. Für Weidetierhalter ist besonders relevant, dass der Herdenschutz weiterhin gefördert wird und keine Kürzungen geplant sind. Die Arbeitsgruppe „Wolfsmanagement“ wird in den kommenden Monaten die Details vertiefen und mit Verbänden einen Konsens anstreben.
Mehr Informationen zur aktuellen Gesetzeslage und zum Wolfsmanagement in Niedersachsen finden Sie auf regionalupdate.de sowie direkt auf der offiziellen Website des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nds. ML – Pressemitteilung. Externe Informationen zum Schutz von Wölfen in Deutschland bietet die Bundesamt für Naturschutz (BfN).
Dieser Dialog zum gesetz wolf niedersachsen zeigt, wie eine ausgewogene Lösung zwischen Naturschutz und Landwirtschaft angestrebt wird und welche Bedeutung praktischer Herdenschutz und rechtliche Klarheit für die Region haben.
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