Kiel. In Schleswig-Holstein wurde erstmals seit Jahrhunderten eine Europäische Wildkatze genetisch nachgewiesen. Dieser Nachweis bestätigt, dass die Wildkatze Schleswig-Holstein Nachweis zu einer Rückkehr der streng geschützten Art in das nördlichste Bundesland beiträgt.
Wildkatze kehrt zurück
Der erste genetische Nachweis einer Wildkatze in Schleswig-Holstein gelang im Kreis Herzogtum Lauenburg, nachdem im März 2025 bereits eine Wildtierkamera ein Tier mit typischen Merkmalen wie einem buschigen Schwanz fotografiert hatte. Das Tier war zuvor von Jäger Jan Haberkamm in einem Knotengeflechtzaun verfangen gefunden und durch seine Rettung erst vor dem sicheren Tod bewahrt worden. Das Landesamt für Umwelt (LfU) ließ Haare, die das Tier am Zaun hinterlassen hatte, im Institut Senckenberg genetisch untersuchen. Das Ergebnis bestätigte eindeutig die Anwesenheit der Europäischen Wildkatze.
Schutz und Monitoring
Um die aktuelle Verbreitung der Art besser zu erfassen, startet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Zusammenarbeit mit dem LfU, der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und weiteren Partnern das erste Lockstock-Monitoring im Land. Dabei sammeln Freiwillige Haarproben an mit Baldrian besprühten Lockstöcken, die die Wildkatzen anlocken, ohne sie zu stören. Die Proben werden anschließend analysiert, um Hinweise über die Verbreitung der Tiere zu erhalten.
Auch in angrenzenden Regionen Mecklenburg-Vorpommerns setzen Naturschutzorganisationen ähnliche Maßnahmen um. Hier arbeiten der BUND, der Müritz Nationalpark und der Naturpark Feldberger Seenlandschaft zusammen, um mögliche Wildkatzenvorkommen zu dokumentieren.
Bedeutung des Nachweises für den Naturschutz
Der genetische Nachweis der Wildkatze in Schleswig-Holstein gilt als Meilenstein für den Schutz der Art in Deutschland. Nach jahrzehntelanger Abwesenheit infolge von Lebensraumverlust und Bejagung ist die Bestätigung der Rückkehr ein Erfolg für die Naturschutzarbeit. Das Landesamt für Umwelt bewertet das Ergebnis als „bedeutenden Erfolg für den Naturschutz“ in der Region.
„Unsere langjährige Arbeit zum Schutz und zur Vernetzung von Wildkatzenlebensräumen zeigt Wirkung. Jetzt möchten wir herausfinden, wo die gefährdete Wildkatze im Norden genau lebt“, so Friederike Scholz, Koordinatorin des „Rettungsnetz Wildkatze“ beim BUND-Bundesverband.
Die Entfernung und Umwandlung von Knotengeflechtzäunen, die eine Gefahr für Wildtiere darstellen, ist ein wichtiger Bestandteil der Schutzmaßnahmen. Der BUND unterstützt landesweit den Austausch dieser Zäune gegen sichere Alternativen aus Holz.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung und Ausblick für Schleswig-Holstein
Der Nachweis einer Europäischen Wildkatze in Schleswig-Holstein markiert eine Zäsur für die Biodiversität des Bundeslandes. Für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet dies eine Bereicherung der heimischen Fauna und weist zugleich auf die Wirksamkeit lokaler und bundesweiter Naturschutzinitiativen hin.
Langfristig setzen sich die beteiligten Organisationen das Ziel, die Lebensräume dieser bedrohten Art zu sichern und ihre Verbreitung zu fördern. Das Lockstock-Monitoring wird fortgesetzt und wichtige Erkenntnisse zur Population liefern. Zudem sind weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Waldstrukturen und der Reduzierung von Gefahren durch Knotengitterzäune geplant.
Nähere Informationen zum Schutz der Europäischen Wildkatze und die Beteiligung am Lockstock-Monitoring bietet der BUND unter bund.net. Weitere wissenschaftliche Hintergründe zur Wildkatze und zum Monitoringverfahren finden sich auf den Seiten der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.
Die Wiederkehr der Wildkatze in Schleswig-Holstein ist ein positives Signal für den Naturschutz in der Region und verdeutlicht die Bedeutung eines nachhaltigen Umgangs mit der heimischen Tierwelt.
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