Mainz. Die Mehrheit der Deutschen sieht die Politik von US-Präsident Donald Trump als gefährlich für den Fortbestand der NATO an. 78 Prozent der Befragten vertreten diese Ansicht, wie die jüngste Umfrage zum Thema Politik USA NATO zeigt.
Politische Stimmung 2026
Die Umfrage beleuchtet vielfältige Aspekte der politischen Stimmung in Deutschland für das Jahr 2026. Eine klare Mehrheit von 78 Prozent glaubt, dass Trumps Politik den Fortbestand der NATO gefährdet. Dabei ist diese Haltung parteiübergreifend, auch wenn Unterschiede in der Intensität bestehen.
Haltung zur NATO und den USA
Die Umfrage offenbart eine kritische Sicht auf das Vorgehen der USA in internationalen Konflikten. 69 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die Europäische Union bei militärischen Interventionen der USA unter Missachtung des Völkerrechts deutlich Stellung beziehen soll. Nur 5 Prozent unterstützen eine rückhaltlose Unterstützung der USA durch die EU.
Zweifelnde Meinungen gibt es beim Thema möglicher US-Militäreinsätze im Iran. Hier sind die Deutschen gespalten: 37 Prozent befürworten ein Eingreifen, weitere 37 Prozent lehnen es ab, während 13 Prozent indifferent bleiben.
Deutschland und der Ukraine-Krieg
Im Falle einer Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine sprechen sich 49 Prozent der Befragten für eine Beteiligung der Bundeswehr zur Absicherung der Waffenruhe auf ukrainischem Gebiet aus. 45 Prozent sind dagegen. Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede: In Westdeutschland befürworten 53 Prozent einen solchen Einsatz, im Osten nur 32 Prozent.
Politische Projektionswerte und Parteistimmung
Würde am kommenden Sonntag gewählt, würde die CDU/CSU unverändert bei 26 Prozent der Stimmen liegen, die AfD bei 25 Prozent. Die SPD verbessert sich auf 15 Prozent, die Grünen bleiben bei 12 Prozent. Die Linke erreicht 10 Prozent, während andere Parteien einschließlich FDP und BSW zusammen 12 Prozent erhalten, ohne eine Einzelerreichung von drei Prozent.
Bezogen auf die parlamentarische Mehrheitsbildung bedeutet dies, dass eine Koalition von Schwarz-Rot weiterhin keine Mehrheit hätte.
Bewertung von Politikern
Verteidigungsminister Boris Pistorius führt das Ranking der sympathischsten und leistungsstärksten Politiker mit einem Durchschnittswert von 1,9 an. Ihm folgen Johann Wadephul und Lars Klingbeil. Am unteren Ende der Bewertungsskala stehen Sahra Wagenknecht und Alice Weidel.
Wirtschaftspolitik und Sicherheitsthemen
Die unzufriedene Haltung gegenüber der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung bleibt hoch: 71 Prozent der Befragten halten die Maßnahmen für unzureichend. Zudem werden die Europäische Union und ihre wirtschaftliche Bedeutung für Deutschland von 81 Prozent als sehr wichtig oder wichtig eingestuft.
Gefahren durch Extremismus werden unterschiedlich wahrgenommen: 79 Prozent sehen Rechtsextremismus als Bedrohung, während 57 Prozent Linksextremismus als Gefahr wahrnehmen. Die Sorge vor einem Stromausfall nach dem Berliner Vorfall äußern 30 Prozent der Befragten als groß oder sehr groß.
- 78% sehen US-Politik als Gefahr für NATO
- 69% erwarten klare EU-Position bei US-Militäreinsätzen
- Deutsche gespalten zum US-Engagement im Iran
- 49% befürworten Bundeswehreinsatz in Ukraine bei Waffenruhe
- CDU/CSU und AfD führen bei Sonntagswahlprognose
- Wirtschaftspolitik der Regierung wird überwiegend kritisiert
„Die Umfrage ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung und wurde von der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt“, heißt es in der Mitteilung des ZDF.
Weitere Details zur Umfrage finden sich auf forschungsgruppe.de.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und Ausblick
Die politische Stimmung in Deutschland beeinflusst auch die lokale Wahrnehmung von Sicherheit und Außenpolitik. Die überwiegende Ablehnung der aggressiven US-Politik und die Skepsis gegenüber Militäreinsätzen zeigen, dass viele Bürgerinnen und Bürger Stabilität und internationale Zusammenarbeit bevorzugen. Besonders in Bundesländern mit Ost-West-Unterschieden in der Haltung zu Bundeswehreinsätzen ergeben sich unterschiedliche Erwartungen an die politische Führung.
Für die regionale Bevölkerung ist die Einschätzung der Wirtschaftslage und Sicherheit relevant, da Unsicherheiten in diesen Bereichen direkte Auswirkungen auf das Leben vor Ort haben können. Die Ablehnung eines Ministerpräsidenten der AfD in ostdeutschen Ländern durch breite Bevölkerungsmehrheiten unterstreicht zudem die Ambivalenz gegenüber politischen Veränderungen auf Landesebene.
Die nächste Runde des ZDF-Politbarometers wird am 6. Februar 2026 veröffentlicht und kann weitere Anhaltspunkte zur Entwicklung der politischen Stimmung liefern. Für vertiefende Informationen und aktuelle politische Analysen aus der Region empfiehlt sich ein Blick auf regionalupdate.de.
Auch das ZDF bietet umfassende Berichterstattung zum Politbarometer unter zdf.de/politik/politbarometer an.
