(v.l.n.r.) Roland Strasser (IGBCE) und Michael Müller (Arbeitgeberverband) im Gespräch vor den Verhandlungen / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/58222 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Chemie-Tarifrunde fordert Kurswechsel in Strukturkrise

Frankenthal. Die chemie tarifrunde rheinland-pfalz wurde vorerst ohne Einigung vertagt. Die rund 69.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Industrie müssen sich auf eine Fortsetzung der Verhandlungen ab dem 3. Februar auf Bundesebene in Hannover einstellen.

Tarifstreit in Chemie: Aktuelle Lage in Rheinland-Pfalz

Verhandlungsstand und Position der Arbeitgeber

Die Tarifgespräche für die Beschäftigten der Chemiebranche in Rheinland-Pfalz konnten bislang nicht zu einem Abschluss geführt werden. Laut Michael Müller, Verhandlungsführer der Chemie-Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz, gibt es derzeit keinen Spielraum für zusätzliche tarifliche Kosten. Die Branche befindet sich in einer strukturellen Krise, die durch eine historisch schlechte Auslastung der Anlagen gekennzeichnet ist. Müller beschreibt die Situation bildhaft:

„Unsere Anlagen sind historisch schlecht ausgelastet. Das ist wie ein Auto, das im Leerlauf steht und Sprit verbraucht. Und nun verhandeln wir über höhere Kosten, obwohl das Auto kaum Strecke fährt.“

Die Arbeitgeber betonen, dass angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen kein „Weiter so“ möglich sei und verantwortungsvolle Tarifpolitik die Realität berücksichtigen müsse.

Branchenkrise und Auswirkungen auf Rheinland-Pfalz

Die chemisch-pharmazeutische Industrie steht unter massivem Anpassungsdruck. Die Produktion am Standort Deutschland verliert zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen verlagern sich ins Ausland. Mit einem Exportanteil von rund 70 Prozent ist die Region Rheinland-Pfalz besonders von den negativen Entwicklungen betroffen. Unternehmen setzen verstärkt auf Spar- und Kostensenkungsprogramme, um ihre Standorte zu stabilisieren.

Die Branche hat in den vergangenen Jahren bereits starke Belastungen wie gestiegene Energiepreise und umfangreiche Regulierung verkraftet. Diese Faktoren führen laut Müller dazu, dass Standorte und Anlagen unter Druck geraten und teils geschlossen werden.

„Gerade deshalb müssen wir jetzt verantwortungsvoll handeln, um Arbeitsplätze, Investitionen und Standorte nicht zu gefährden“, so Müller.

Die Tarifverhandlungen werden ab dem 3. Februar bundesweit in Hannover mit dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) als Ansprechpartner fortgesetzt.

Weitere Informationen zur Chemieindustrie in Rheinland-Pfalz finden Sie auf regionalupdate.de regionalupdate.de/chemieindustrie-rheinland-pfalz. Für Hintergründe zur Tarifrunde empfiehlt sich zudem ein Blick auf die Webseite des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie BAVC.de.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung der Tarifrunde für die chemische Industrie in Rheinland-Pfalz

Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist mit einem Umsatzanteil von rund einem Drittel das umsatzstärkste verarbeitende Gewerbe in Rheinland-Pfalz. Im Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz e.V. sind 140 Unternehmen mit etwa 68.500 Beschäftigten organisiert. Dazu zählen neben klassischen Chemiebetrieben auch Pharmaunternehmen sowie Hersteller von Gummi, Kunststoff, Farben und Reinigungsmitteln.

Für die Beschäftigten hat die Tarifrunde eine große praktische Bedeutung. Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche beeinflusst Arbeitsplätze, Investitionen und die Zukunftssicherheit der Standorte in der Region. Die Fortsetzung der Verhandlungen auf Bundesebene wird mit Spannung erwartet und kann für Stabilität oder weitere Herausforderungen sorgen.

Die nächsten Verhandlungstermine sind ab dem 3. Februar angesetzt. Die Unternehmen und Mitarbeiter der Branche hoffen auf eine Einigung, die den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen gerecht wird und die Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie in Rheinland-Pfalz sichert.

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